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Ewig junge Hits in der Rhein-Sieg-Halle: Marian Gold und Gloria Gaynor in Siegburg

Ewig junge Hits in der Rhein-Sieg-Halle : Marian Gold und Gloria Gaynor in Siegburg

Die Siegburger feierten Gloria Gaynor und Alphaville beim Auftritt in der Rhein-Sieg-Halle. Die Soul-Lady begeistert mit ihren Hits aus den 70er und 80er Jahren.

Es gibt Künstler, die bringen bei ihrem Publikum schon nach wenigen Takten Erinnerungen zutage: funkelnde Disco-Kugeln, so schillernd wie die Soundeffekte der Synthesizer. Schlaghosen, Afrolook, funkige Beats und fetziger Rock'n'Roll, Glamour und Soul. Ein brillantes Klavier-Intro reicht, und es kommen Bilder hoch, die mehr als 30 Jahre brach lagen. Die Hits dazu sind längst Popgeschichte. Und ihre Macher werden dafür noch heute gefeiert. Zwei davon waren in Siegburg zu erleben.

Der eine scheint seit mehr als 30 Jahren die ewige Jugend zu beschwören und ist mit seinem Song „Forever young“ (1984) zum eigenen Denkmal geworden. Die andere prophezeit seit 40 Jahren, dass sie überleben wird: „I will survive“. In gewissem Sinne haben sie beide Recht behalten: Alphaville-Leadsänger Marian Gold (64) und Gloria Gaynor (69) lassen schon nach wenigen Takten keinen Zweifel am Überlebenspotenzial ihrer Super-Songs und ihrer Stimmen.

Auch wenn Gold's Technik mit akustischen Problemen kämpfte und er sich dann schon ein wenig anstrengen musste, die stimmlichen Höhen seiner Jugendsongs noch schwindelfrei zu erklimmen. Dann kokettiert er ein wenig mit der Anstrengung, die ihm gerade die balladenhaften Hits der Anfangstage bereiten, klopft sich symbolisch auf den Kehlkopf und schnappt tief nach Luft, bevor er wieder in die alten Synthie-Pop-Sphären einsteigt und diese dann seinen neueren Songs spielerisch untermischt.

Äußerlich in die Jahre gekommen

Rein optisch hat Gold, der als einziger Musiker des Alphaville-Trios mit neuer Besetzung den Namen weiterführt, etwas zugelegt. Und auch an Gloria Gaynor, die nach Alphaville die Bühne der Rhein-Sieg-Halle in die Licht- und Soundeffekte der 70er und 80er Jahre tauchte, sind die Jahre nicht spurlos vorbeigezogen. Doch das sind Äußerlichkeiten. In stimmlicher Hinsicht besitzen Gold und Gaynor weiterhin einen hohen Wiedererkennungswert.

Während Gold seine Alphaville-Evergreens „Big in Japan“, „Sounds like a melodie“ experimentell weiterentwickelt, bewegt sich Gaynor noch immer nahe an ihren Originalen. „I will survive“, „Never can say goodye“ und „I am what I am“ – das Siegburger Publikum feiert die Pop-Diva für ihre Hymnen, singt ganze Strophen alleine, zelebriert den Auftritt mit Seltenheitscharakter.

Nach dem Siegburger Auftritt folgte am Freitag Hannover und am Samstag der Auftritt in Berlin – an drei aufeinander folgenden Tagen finden damit die drei einzigen Auftritte von Alphaville und Gloria Gaynor in Deutschland statt. Das Siegburger Publikum genoss drei ganze Stunden mit Kultstatus.