Linie 66 Siegburg-Bonn: Chaos nach Ausfällen im Berufsverkehr

Chaos im Berufsverkehr : Fahrgäste empört wegen Ausfällen der Linie 66

Aufgrund kurzfristiger Krankmeldungen und fehlenden Reserven sind am Dienstagmorgen im Berufsverkehr etliche Bahnen der Linie 66 ausgefallen. Die Fahrgäste reagieren empört.

Mit Resignation, Häme und Wut reagierten die Fahrgäste der Linie 66 am Dienstagmorgen. Drei Bahnen fielen allein zur Hauptstoßzeit am Morgen aus - "wegen kurzfristiger Krankmeldungen und fehlender personeller Reserven", sagte ein Sprecher der Stadtwerke Bonn (SWB) dem General-Anzeiger.

"Und die nächste Bahn, die kommt, kann man nicht betreten, da viel zu voll. Also habe ich meinen ICE in Siegburg verpasst", schreibt ein verärgerte Fahrgast der Redaktion. "Auf der Fahrgaststärksten Linie fuhren 40 Minuten keine Bahnen, mitten im Berufsverkehr", schreibt ein anderer GA-Leser und wird deutlich: "Es ist nicht zu fassen, unverschämter und inkompetenter geht es nicht mehr."

Ausfälle und Verspätungen auf der Strecke der Linie 66 zwischen Bad Honnef, Bonn und Siegburg sind mittlerweile an der Tagesordnung. "Es nervt einfach nur noch! Jeden Morgen die gleiche Sache", kommentiert eine Leserin. Über Facebook lässt uns eine andere Leserin wissen: "Ich habe gekündigt, und seitdem fahre ich Auto. Meine Zeit ist mir viel zu teuer. Ich habe keine Lust, auf die 66 zu warten."

Zuverlässigkeit wird nicht besser

Alyssa (20) aus Hangelar wollte "heute mal über Siegburg fahren, um zur Uni nach Düsseldorf zu kommen, weil ich über Bonn andauernd meinen Anschlusszug verpasst habe - und jetzt fallen schon wieder Bahnen aus - gleich mehrere hintereinander." Während die 20-Jährige die Bahnen über ihr Studiticket benutzen kann, schimpft ein anderer Pendler über die Ticketgebühren: "Bei den Preisen erwarte ich Pünktlichkeit! Die Ausfälle in den letzten Monaten waren so hoch wie nie."

"Das ist sehr ärgerlich und wir können uns nur bei den Kunden entschuldigen", sagte Michael Henseler, stellvertretender Pressesprecher der SWB. Die Situation seit dem Fahrplanwechsel könne man mit "keiner Argumentationslinie" schönreden. Die SWB seien auf neue Fahrer angewiesen und "auf allen Kanälen aktiv", um zusätzliches Personal anzuwerben. Derzeit seien 19 Fahrerinnen und Fahrer in der Ausbildung. Wie hoch der Bedarf insgesamt sei, "können wir pauschal nicht sagen, weil immer mehr Veränderungen anstehen. Dazu zählt etwa auch die Taktverdichtung der Linie 18 im Linksrheinischen", so Henseler.

Und die Zuverlässigkeit wird auf absehbare Zeit wohl nicht besser. Die "Sondersituation" werde sich in diesem Herbst sogar noch verschärfen, weil auf den Strecken der Linien 62 und 16 aufgrund von Bauarbeiten Bahnersatzverkehre eingerichtet werden müssten - und das binde auf beiden Linien zusätzliche Bahnfahrer, die an anderer Stelle fehlten.

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