Kommentar zur rechtlichen Betreuung: Längst überfällig

Kommentar zur rechtlichen Betreuung : Längst überfällig

Gerade mal 3,5 Stunden pro Betreutem werden monatlich finanziert. Das ist definitiv zu wenig für die Betreuer, die bis zu 50 Klienten haben. Eine angemessene Vergütung längst überfällig, meint GA-Volontärin Jana Fahl.

Rechnungen, Anträge, Verträge und Unterschriften: Bürokratie nimmt im Alltag einen großen Platz ein. Das stellt Menschen, die aufgrund einer Erkrankung ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst in die Hand nehmen können, teilweise vor unlösbare Probleme. Gut, dass es Menschen gibt, die ihnen dabei helfen. Der Bedarf ist riesig: So kommen auf einen Betreuer oft bis zu 50 Fälle. Da bleiben für den Einzelfall häufig nur wenige Stunden im Monat. Die reichen für Beratung, Papierkram und diverse Anrufe in vielen Fällen nicht aus. Insbesondere dann nicht, wenn der Betreute aufgrund einer Erkrankung noch viel mehr Regelungsbedarf hat als jemand, der gesund ist und für sich selbst entscheiden kann.

Gerade mal 3,5 Stunden pro Betreutem werden monatlich finanziert. Das ist definitiv zu wenig, eine angemessene Vergütung längst überfällig. Schließlich decken die Betreuer eine Bandbreite an Fachwissen ab. Die reicht oftmals von Gesundheitsmanagement bis hin zu Steuerfragen. Ganz zu schweigen von der Empathie und der emotionalen Ebene, die eine solche Betreuung mit sich bringt. Eine Anpassung des Stundensatzes wäre ein Zeichen für die Relevanz dieser Arbeit. Denn ein Sparen an der falschen Stelle geht auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft, die in vielen Fällen nur dank rechtlicher Betreuer den bürokratischen Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden können.

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