Siegburger Kriminalstatistik 2015: Kreispolizei zählt weniger Straftaten

Siegburger Kriminalstatistik 2015 : Kreispolizei zählt weniger Straftaten

Kreisdirektorin Annerose Heinze hat am Donnerstag die Kriminalitätsentwicklung für 2015 vorgestellt. Dabei gehen die Wohnungseinbrüche im Bereich der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg, die für den rechtsrheinischen Kreis ohne Königswinter und Bad Honnef zuständig ist, zurück.

Fenster oder Türen sind ausgehebelt, die Zimmer durchwühlt, Schmuck oder Bargeld fehlen – jeder Wohnungseinbruch ist ein massiver Eingriff in die Privatsphäre. Deshalb hat sich die Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg zur Aufgabe gemacht, diese Delikte verstärkt zu bekämpfen. Für das Jahr 2015 konnte Kreisdirektorin Annerose Heinze gestern bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für den rechtsrheinischen Kreis ohne Königswinter und Bad Honnef denn auch mitteilen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sei zurückgegangen – entgegen der Entwicklung im Land. 1107 Fälle waren es 2015, im Vorjahr lag die Zahl noch bei 1276.

Der positive Trend bei den Wohnungseinbrüchen findet sich auch bei den Gesamtzahlen wieder. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der bekanntgewordenen Straftaten um knapp vier Prozent auf 22.195 Delikte gesunken. Dabei wird ungefähr jeder zweite Fall auch aufgeklärt (49,66 Prozent zu 48,51 Prozent 2014). Laut Leitendem Polizeidirektor Günter Brodeßer sind das in beiden Fällen die besten Werte der vergangenen zehn Jahre. Ein guter Grund für Heinze, „ihren Polizeibeamten“ für die gute Arbeit zu danken.

Speziell bei den Wohnungseinbrüchen ist die Aufklärungsquote jedoch weit von den 50 Prozent entfernt: 2015 klärten die Beamten lediglich jeden zehnten Einbruch auf (10,93 Prozent). 2014 lag die Quote noch bei 14,58 Prozent. Dafür hat Ralf Dittrich, Leiter der Direktion Kriminalität, eine Erklärung. Eine Ermittlungsgruppe der Polizei habe überregional ermittelt und weitere Straftaten aus dem Raum Köln/ Bonn aufgeklärt, diese Zahlen flössen aber nicht in die Statistik des rechtsrheinischen Kreises. „Wenn sie zu uns zählen würden, dann kämen wir wieder auf 14 oder 15 Prozent“, sagte Dittrich.

Auch in Zukunft möchte die Polizei verstärkt Präsenz zeigen, um Einbrüche zu verhindern und aufzuklären. Dabei seien alle Abteilungen über Streifenfahrten eingebunden, auch die Pressestelle. Zudem hat die Polizei die Kampagne „Respekt – auch vor Eigentum“ gestartet. „Die Opfer von Einbrüchen sind mit am höchsten betroffen. Die Menschen haben Angst in den eigenen vier Wänden“, sagte Brodeßer. „Das darf nicht sein.“

Grundsätzlich ist das Risiko im Bereich der Polizeibehörde Opfer einer Straftat zu werden, statistisch leicht gesunken. Pro 100.000 Einwohner im Gebiet der Kreispolizei werden 6160 Straftaten verübt. Im Landesdurchschnitt sind es 8603 Taten, bezogen auf den Regierungsbezirk Köln sogar 9317. Zurückgegangen sind vor allem Diebstähle, Einbrüche, Sachbeschädigungen und Betrugsdelikte.

Streifen fahren Flüchtlingsunterkünfte ab

Einen Anstieg verzeichneten die Polizisten hingegen bei Raub, Körperverletzung sowie bei den Gewaltdelikten. Letztere stiegen um 70 auf 696 Fälle, darunter zwei fahrlässige Tötungen, ein versuchter Mord sowie ein versuchter Totschlag. „Ein kleiner Trost ist, dass die vier Tötungsdelikte alle aufgeklärt sind“, so Heinze.

Insgesamt hat die Kreispolizei bei den 11.022 aufgeklärten Taten 8507 Tatverdächtige ermittelt. Rund 48 Prozent davon sind Wiederholungstäter. Außerdem haben rund drei Viertel ihren Wohnsitz im Rhein-Sieg-Kreis. Erfreulich ist laut Kreisdirektorin Heinze: Der Anteil der Kinder und Jugendlichen ist leicht gesunken auf 1897 (2014: 1981).

Auch das Thema Flüchtlinge, sparte die Kreispolizei nicht aus. Denn es es sei ein Aspekt, der auch die Beamten nochmals belaste, so Heinze. Um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, würden etwa Streifen die Unterkünfte abfahren. „Wir möchten als Polizei da offen und ehrlich sein“, sagte Heinze. Im Gebiet der Kreispolizeibehörde lag der Anteil nichtdeutscher Einwohner 2015 bei 8,37 Prozent (2014: 7,98 Prozent). Sie machten laut Statistik 27,3 Prozent der Tatverdächtigen aus (2014: 23,6 Prozent). Vor allem beim Taschendiebstahl und bei Wohnungseinbrüchen lag ihr Anteil an den Tatverdächtigen erheblich über dem Durchschnitt.