Kreisfeuerwehrverband: Innenminister Reul gratuliert Feuerwehr

Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbands : NRW-Innenminister Reul zollt Feuerwehr Respekt

Beim Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbands in Siegburg gratulierte am Freitagabend NRW-Innenminister Herbert Reul, der zugleich auch die Respekt-Kampagne der Rettungskräfte im Kreis unterstützt.

Mit der Gründung des Rhein-Sieg-Kreises wurde 1969 auch die Zusammenarbeit der Feuerwehren neu geordnet. Zum Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbands gratulierte am Freitagabend in der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg auch NRW-Innenminister Herbert Reul, der zugleich die Respekt-Kampagne der Rettungskräfte im Kreis unterstützt.

Die kommunale Neugliederung hatte seinerzeit nicht nur Befürworter in der Bevölkerung. Auch bei den Feuerwehren der Region sah man die Entwicklungen seinerzeit skeptisch: Der damalige Verband "Bonn-Land" löste sich auf und der Verband Siegkreis nahm unter neuem Namen "Rhein-Sieg-Kreis" die linksrheinischen Kommunen auf - "die Leute aus der Eifel", wie sich Balthasar Schumacher, von 1981 bis 2002 stellvertretender Kreisbrandmeister, an die nicht immer einfachen Anfangstage erinnerte: "Wir sind aber schnell Freunde geworden, insbesondere im Bereich der Führungskräfte."

Damals mit einfachstem Gerät ausgestattet

Der frühere Kreisbrandmeister Balthasar Schumacher (von links), Moderator Ralf Rohrmoser-von Glasow, Walter Jonas und Walter Kiwitt. Foto: Thomas Heinemann

Seinerzeit waren die Wehren mit einfachstem Gerät ausgestattet. "Das waren in der Regel Tragkraftspritzenanhänger an einem Zugfahrzeug. Mit dem aus heutiger Sicht winzigen LF 8 (Löschgruppenfahrzeug 8) war man damals ein König." Die Ausbildung der Feuerwehrleute war einfacher, so Walter Jonas, Kreisbrandmeister von 1991 bis 2014: "Es ist in vielen Bereichen improvisiert worden. Aber auch damals wurde das Feuer erfolgreich gelöscht."

Neue Technik kam dazu, aber auch neues Wissen, so Jonas. Etwa im Umgang mit Gefahrgut, für welches Balthasar Schumacher 1985 spezielle Lehrgänge für die Feuerwehr im Rhein-Sieg-Kreis entwickelte, die damit Pionierarbeit in NRW leistete. Eine moderne Feuer- und Rettungsleitstelle, in der Notrufe auflaufen und Alarme wie Einsatzkräfte koordiniert werden, musste der spätere Kreisdirektor Walter Kiwitt als Dezernent erst einmal einrichten: "Damals gab es im Kreis zum Teil noch nicht einmal einen Rettungsdienst." Erste Konzepte zur Ausstattung und Ausbildung von Rettungspersonal wurden entwickelt und das Personal anfangs notdürftig im Wohnzimmer des damaligen Kreisarztes ausgebildet, erinnerte Kiwitt.

Hoffnung auf genügend Nachwuchs

Die Konzepte sollten später im ersten Rettungsassistentengesetz vom Jahre 1989 Berücksichtigung finden, auch weil sie Lehren aus Großeinsätzen der Vergangenheit aufgriffen. Etwa vom 11. Januar 1985, als im dichtesten Nebel auf der Autobahn 61 mehr als 80 Fahrzeuge zusammenstießen und zum Teil brannten. Es fehlte an Löschwasser und sieben Tote waren zu beklagen. Die langjährigen Feuerwehrexperten wünschten ihren Nachfolgern und der heute aktiven Wehr, stets für aktuelle Lagen gut ausgestattet zu sein, genügend Nachwuchs zu finden und die notwendige Anerkennung für das Ehrenamt zu finden.

Weil es immer öfter in der Gesellschaft an Anerkennung und Respekt mangelte, warb NRW-Innenminister Herbert Reul in einer anschließenden Diskussionsrunde zum Thema Respekt gegenüber Einsatzkräften persönlich dafür, Angriffe jeder Art zu melden, bekannt zu machen, zu verfolgen und zu sanktionieren: Auch "dumme Rede", Beleidigungen und Hassreden seien nicht tolerierbar und bedürften einer starken Gegenstimme auch innerhalb der Gesellschaft.

Bürger standen Einsatzkräfte zur Seite

Dem pflichteten der Leiter der Abteilung der Polizei der Kreispolizeibehörde, Günter Brodeßer, Hennefs Bürgermeister Klaus Pipke als Sprecher der Bürgermeister im Kreis, Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg und Landrat Sebastian Schuster bei. Die Zahl der Widerstandshandlungen gegenüber Polizeibeamten sei von 80 im Jahr 2017 auf 92 im Jahr 2018 gestiegen, so Brodeßer, der in diesem Jahr bis Jahresende etwa 120 Fälle erwartet. Bei aller Bedrohung, Beleidigung und Gewalt gegenüber Einsatzkräften gab es auch Fälle, in denen Bürger den Einsatzkräften zur Seite standen. Für NRW-Innenminister Reul ein wichtiges und gutes Signal: "Wir brauchen ein Aufbegehren der Bürgerschaft. Dann haben diejenigen, die sich danebenbenehmen, keine Chance." Der Innenminister signalisierte seine Unterstützung, indem er das Logo der Respekt-Kampagne auf das Fenster seines Dienstwagens klebte.

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