Güterverkehr auf Siegstrecke: Kreis-Resolution findet in Berlin Gehör

Güterverkehr auf Siegstrecke : Kreis-Resolution findet in Berlin Gehör

Der Bund nimmt das Nein des Kreistags zum Ausbau der Siegstrecke zur Kenntnis. Der Ergebnisbericht zum Vorhaben soll bis Jahresende vorliegen.

Die Resolution des Kreistags gegen den Ausbau der Bahnstrecke im Siegtal findet beim Bundesverkehrsministerium Gehör. Zumindest wird die ablehnende Stellungnahme aus Siegburg im Konsultationsverfahren zur sogenannten Korridorstudie Mittelrhein berücksichtigt. Das teilte der Rhein-Sieg-Kreis gestern unter Berufung auf das Ministerium mit. Die Studie hatte das Siegtal beim Güterverkehr als Alternative zum hoch belasteten Rheintal genannt. Voraussetzung: Die Strecke Troisdorf-Siegen müsste zweigleisig ausgebaut werden.

Mehr Güterverkehr und mehr Lärm befürchtend, hat im Kreistag die schwarz-grüne Koalition Nein zum Ausbau gesagt. Im Juni beschloss der Planungs- und Verkehrsausschuss mehrheitlich eine Resolution gegen den Ausbau, die Landrat Sebastian Schuster nun auf den höheren Ebenen zu vertraten hat.

In der Stellungnahme hieß es, der Rhein-Sieg-Kreis lehne "den in der Korridorstudie Mittelrhein vorgeschlagenen zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke zur Steigerung des Güterverkehrs ab".

Zugleich besteht der Kreis darauf, dass bei der Prüfung des Ausbauprojekts "sämtliche Kosten aller Lärmschutzmaßnahmen und sonstigen Infrastrukturmaßnahmen (Bahnübergänge, Brückensanierungen, Tunnel) an der gesamten Strecke auf Basis der maximal möglichen Güterzugfrequenz in die Kosten-Nutzen-Betrachtung eingehen".

Noch in diesem Jahr soll der Ergebnisbericht aus dem Verfahren zur Korridorstudie vorliegen. Dort fließen alle Stellungnahmen ein. Der Bericht wiederum ist eine Entscheidungsgrundlage für die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans. Dieser ist gerade in Arbeit. Der Ausbau der Strecke zwischen Troisdorf und Siegen gehört zu den Schienenprojekten, die dafür geprüft werden.

Die Kreispolitik ist in der Frage des Ausbaus insgesamt gespalten. Die SPD beispielsweise will ein "Bündnis für den Ausbau". Aus ihrer Sicht bietet das Vorhaben Vorteile, gerade mit Blick auf den Lärmschutz oder auf fällige Brückensanierungen.