Radverkehr im Rhein-Sieg-Kreis: Konzept für Radroute von Siegburg nach Lohmar vorgelegt

Radverkehr im Rhein-Sieg-Kreis : Konzept für Radroute von Siegburg nach Lohmar vorgelegt

Der ADFC legt ein Konzept für eine Radpendlerroute zwischen Siegburg und Lohmar vor, die bis zum Bahnhof Honrath führen soll. Die Route wäre die direkte Verlängerung der bereits vorgestellten Trasse entlang der Linie 66 in Sankt Augustin.

Möglichst gerade Linienführung, Asphalt-Belag und eine Fahrbahnbreite von mindestens drei Metern: Das sind einige der Kriterien, die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) für die sogenannten Radpendlerrouten nennt. Einen Vorschlag für eine solche schnelle Radverbindung hat der Club im Frühjahr bereits gemacht. Sie soll von Siegburg über Sankt Augustin nach Bonn-Beuel führen. Nun folgt ein weiterer: Der ADFC bringt eine Radpendlerroute von Siegburg über Lohmar bis zum Bahnhof Honrath ins Spiel. Ein entsprechendes Konzept hat er nach eigener Aussage beiden Städten vorgelegt.

Der ADFC schlägt eine Trasse vor, die in Siegburg von der Sieg ausgeht, durch den Stadtteil Zange führt und dann über die Humperdinckstraße westlich an der Innenstadt vorbei verläuft. Erst nördlich der Kaiserstraße soll sie auf die ehemalige Bahntrasse nach Lohmar führen, der sie bis kurz vor Lohmar folgen soll. Zwischen Autobahn und Agger geht es weiter nach Donrath. Von dort verläuft die Strecke weitgehend entlang der B484 bis zum Lohmarer Ortsteil Agger. Die Route zum Bahnhof Honrath führt durch die Ortschaft Agger und über die Grünaggerstraße. Ein alternativer Routenvorschlag für Siegburg nutzt die ehemalige Bahntrasse in voller Länge und führt um den Michaelsberg herum bis an die Bonner Straße. Dort könnte, so der ADFC, eine bahnparallele Überführung einen fahrradfreundlichen Anschluss an den Bahnhof bringen. Diese Trasse stelle jedoch einen Umweg dar und sei zur Anbindung der Innenstadt weniger geeignet.

„Wir möchten den Anstoß geben, hier eine durchgängige Pendlerroute zu schaffen, die sich im Alltagsverkehr ganzjährig hervorragend nutzen lässt“, erläutert Peter Lorscheid, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC. Dazu gelte es, die an vielen Stellen schon vorhandenen Wege zu verbinden und soweit auszubauen, dass eine im Berufsverkehr zügig befahrbare Route entstehe. Der streckenweise sehr schadhafte Radweg entlang der B484 etwa müsse dazu grundlegend saniert und auch verbreitert werden, sagt Lorscheid.

Fahrradstraßen und Drängelgitter

Wo an den einzelnen Strecken Handlungsbedarf besteht, stellt der ADFC im Konzept dar. So schlägt der Fahrradclub für Siegburg etwa vor, Ludwigstraße, Berliner Platz oder Hohenzollernstraße in Fahrradstraßen umzuwandeln sowie Drängelgitter auf bestimmten Wegen zu entfernen. Große Knackpunkte sieht Lorscheid auf der Strecke aber nicht. „Die Wege, die wir vorgeschlagen haben, gibt es eigentlich alle.“ Etwas schwierig könne es an der Bahnunterführung am Berliner Platz in Siegburg werden, die etwas schmal sei. Aber auch das ließe sich lösen.

„Es geht uns darum, von den politischen Gremien in Siegburg und Lohmar ein positives Votum zur Errichtung dieser Radpendlerroute zu bekommen“, erläutert Lorscheid. Das Konzept solle dabei als Grundlage dienen, auf der die Verwaltungen konkrete Umsetzungsschritte und auch einen Zeitplan erarbeiten könne. „Ziel muss es sein, möglichst bald durchgängig einen Mindeststandard zu erreichen, sodass das Fahrradpendeln attraktiv wird und damit einen Beitrag zur Lösung des Verkehrs- und Klimaproblems leisten kann“, betont Lorscheid. Die Stadt Siegburg teilt auf GA-Anfrage mit, dass das Konzept am Dienstag, 24. September, im Planungsausschuss beraten werden soll. „Es wird derzeit geprüft“, sagt Stadtsprecher Jan Gerull.

Der ADFC sieht die Route zwischen Siegburg und Lohmar auch als direkte Verlängerung der bereits vorgestellten Radpendlerroute soll an Stadtbahnlinie 66 entlangführen. Der Fahrradclub hatte seine Idee im März im Sankt Augustiner Planungsausschuss vorgestellt und war auf Zustimmung gestoßen. Laut der Sankt Augustiner Stadtsprecherin Eva Stocksiefen hat es danach ein erstes Gespräch mit dem ADFC gegeben. „Dabei ist vereinbart worden, dass es ein Gutachten geben soll, das die Chancen der Verkehrsführung noch einmal bewertet“, so Stocksiefen. Bei den Überlegungen spiele auch die Frage des Grunderwerbs eine Rolle, denn ein Teil der Strecke sei über private Grundstücke geplant. Das Gutachten soll gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis beauftragt werden, um Synergien zu schaffen. Denn es hänge mit den Auswirkungen einer möglichen weiteren Taktverdichtung der Linien 66 und 67 auf den Verkehr zusammen, die ebenfalls bewertet werden soll. „Dazu gibt es noch Abstimmungsgespräche“, sagt die Stadtsprecherin.

Für einige Teilbereiche hat Sankt Augustin aber bereits Änderungen angestoßen. So soll der Radweg zwischen dem Altenheim Sankt Monika und Hangelar-Ost von derzeit 2,50 auf fünf Meter verbreitert werden. Vier Meter breit soll künftig der Radweg von Hangelar-West in Richtung Bonn sein.

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