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Corona-Epidemie im Rhein-Sieg-Kreis: Kommunen im Kreis verstärken die Ordnungsdienste

Corona-Epidemie im Rhein-Sieg-Kreis : Kommunen im Kreis verstärken die Ordnungsdienste

Die Ordnungsämter im Rhein-Sieg-Kreis kontrollieren verstärkt, ob die Menschen die Regelungen und das Kontaktverbot einhalten. Die Mitarbeiter haben am Montag mehr Einsicht bei den Bürgern festgestellt.

Der Test ist bestanden. Was in der vergangenen Woche noch nicht zu vermuten war, ist tatsächlich eingetreten. Die Einsicht, dass der enge Kontakt zu den Mitmenschen in diesen Zeiten für alle gefährlich ist, wächst. „Bei uns gab es am Sonntag keine Verstöße gegen die Allgemeinverfügung“, sagt Holger Heuser, Beigeordneter in Bad Honnef. Auch am Montag war es bis zum späten Nachmittag sehr ruhig.

Nur noch von kleinen Ansammlungen berichtet Heike Jüngling, zuständige Dezernentin in Königswinter. Die kamen gestern noch mit einer Belehrung davon. „Und sie waren alle einsichtig.“ Insgesamt sei es im Vergleich zur vergangenen Woche sehr viel ruhiger geworden.

Trotzdem sind auch weiter verstärkte Kontrollen nötig, inzwischen vor allem, um das seit Montag bundesweit geltende Kontaktverbot durchzusetzen. Sowohl in Bad Honnef als auch in Königswinter sind derzeit doppelt so viele Ordnungsamtsmitarbeiter unterwegs wie sonst – und das Personal wird weiter aufgestockt. Zuständig sind die Ordnungsämter nicht nur für die Städte selbst, sondern unter anderem auch für die Kontrolle der Spazierwege im Siebengebirge. In Königswinter gingen am Wochenende zahlreiche Meldungen zu Verstößen von Bürgern ein, „aber bisher nur hilfreiche“, betont Heike Jüngling.

„Die Lage hat sich bereits am Wochenende sehr beruhigt“, sagt Robert Scholten, Sprecher der Polizei Bonn. „Überall waren deutlich weniger Menschen unterwegs – trotz Wochenende und gutem Wetter.“ Auch nach Inkrafttreten des bundesweiten Kontaktverbots sei die Polizei in regulärer Personalstärke im Streifendienst unterwegs, um die Einhaltung zu kontrollieren. „Bis zum Nachmittag jedoch haben wir keine Verstöße festgestellt.“ Die Polizei hat sich mit Schutzkleidung auf die Corona-Lage eingestellt. „Jeder Streifenwagen ist mit zwei Pandemie-Sets ausgestattet, die Mundschutz, Handschuhe und Schutzanzug umfassen“, so Scholten.

Einen ruhigen Beginn der neuen Phase des Kontaktverbots vermeldet auch die Kreispolizeibehörde in Siegburg. „Wir haben insgesamt ein vermindertes Einsatzgeschehen“, sagte ein Sprecher der Kreispolizei. Die Beamten beobachteten aber auf den Straßen im Kreisgebiet, dass die Menschen die Anordnungen weitgehend einhielten. „Es gab auch keine Corona-Partys oder andere größeren Ansammlungen“, sagte er. Allerdings seien auch vorrangig die Gesundheits- und Ordnungsbehörden für die Überwachung der Situation zuständig. Die Polizei steige bei größeren Problemen ein oder wenn die Behörden nicht im Einsatz seien.

Noch einiges zu tun hatte das Ordnungsamt der Stadt Siegburg am Wochenende. In der Nacht zu Samstag hatten die Mitarbeiter unter anderem auf dem Phrix-Gelände 20 Personen angetroffen und Platzverweise ausgesprochen. Diese gab es auch für drei Personen am Neuenhof. Bei einem Verein an der Kaiserstraße hatten sich zudem 15 Personen versammelt. Seither sei es ruhig geblieben, teilte Stadtsprecher Jan Gerull mit. Jeden Tag sei das Ordnungsamt derzeit bis zum späten Abend unterwegs. Die Stadt hatte am Wochenende die Zahl der Ordnungskräfte durch Freiwillige aus der Verwaltung aufgestockt, um Überwachungs- und Kontrollfahrten sowie Fußstreifen zu verstärken.

Eine aktuelle Bilanz aus Sankt Augustin lag am Montagnachmittag nicht vor. Sozialdezernent Ali Dogan bat um Verständnis, dass „aufgrund der derzeitigen Priorisierungen keine Datenerfassungen Vorrang genießen“. Darüber hinaus könne er derzeit so viel sagen, „dass unser Ordnungsamt mit voller Stärke die Einhaltung der geltenden Verordnung überprüft. Rückmeldungen hierzu liegen mir bisher nicht vor“.

In Bornheim hatte das Ordnungsamt laut Bürgermeister Wolfgang Henseler am Sonntag zusammen mit der Polizei noch ein Treffen von Jugendlichen auf dem Dorfplatz Merten auflösen müssen. „Heute haben die Außendienstmitarbeiter anscheinend große Einsicht und Leute, die sich an die Regelungen halten, feststellen können“, sagte der Bürgermeister am Montagnachmittag. „Wir versuchen im Moment, den Ordnungsaußendienst von anderen Aufgaben freizustellen, damit die Mitarbeiter im Stadtgebiet verstärkt kontrollieren können.“

Die Gemeinde Alfter legt ebenfalls Wert darauf, die Verordnung von Sonntag einzuhalten. „Der Ordnungsaußendienst der Gemeinde Alfter führt tägliche Kontrollen – auch in den Abendstunden und an den Wochenenden – durch“, betonte Pressesprecherin Maryla Günther. Verstöße würden als Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten verfolgt. Im ersten Fall drohten Geldbußen bis 25 000 Euro, im zweiten Fall Freiheitsstrafen bis fünf Jahren. „Das Land NRW hat die Behörden dazu angehalten, Geldbußen auf mindestens 200 Euro festzusetzen“, so die Pressesprecherin. Für eine erste Bilanz sei es am Montag aber noch zu früh gewesen.

Auch in der Stadt Meckenheim sind seit Montagmorgen zwei Streifen des Ordnungsamtes unterwegs. „Bisher konnten keine Verstöße festgestellt werden, insgesamt ist es auf den Straßen sehr ruhig“, zieht Sascha Bach, Sprecher der Stadt Meckenheim, eine vorläufige Bilanz. In der Gemeinde Swisttal wurden vier Teams bestehend aus zwei Beamten gebildet. Die Gemeinde beobachtet in den kommenden Tagen, ob sie die Kontrollen möglicherweise verschärfen muss. ca/dna/htl/wkh/zia