Urteil im Drogenprozess: Kokain in McDonald's-Tüte transportiert

Urteil im Drogenprozess : Kokain in McDonald's-Tüte transportiert

Es war kein besonders findiges Versteck, das sich der Mann für die Drogen hatte einfallen lassen: Als Zollfahnder den Fahrer eines Kleinwagens mit tschechischem Kennzeichen am 13. Januar auf der Raststätte Siegburg an der A 3 überprüften, warfen sie auch einen Blick in die McDonald's-Tüte auf dem Beifahrersitz.

Und in der fanden die Beamten nicht etwa einen Hamburger, sondern ein ganzes Kilo Kokain. Der 39-Jährige ergab sich sofort, landete in U-Haft – und wird noch eine Weile hinter Gittern bleiben müssen, bevor er seine Familie in Tschechien wiedersieht.

Denn das Bonner Landgericht schickt den bisher nicht vorbestraften Mann wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln nun für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Der 39-Jährige gab im Prozess vor der 4. Großen Strafkammer zu: Ein Albaner habe ihn beauftragt, die Drogen in Holland abzuholen. Mit ihm habe er sich zwei Mal in Amsterdam getroffen, bevor er das Kokain im Verkaufswert von rund 50 000 Euro auf einem Parkplatz in Deutschland übernommen habe. Die Identität seines Auftraggebers aber wollte er nicht preisgeben, um sich selbst zu schützen, wie er beteuerte. Er habe zu große Angst vor dem Mann.

Für seinen Transportdienst sollte er, wie er den Richtern erklärte, 1500 Euro erhalten. Und so habe er sich in seinem Privatwagen auf den Weg gemacht. Und der endete, als die Fahnder ihn erwischten. Wie einer der Zollbeamten nun vor Gericht erklärte, war das Ganze ein Zufallstreffer. Denn weil die Strecke eine Hauptdrogenroute sei, überprüfe man immer mal wieder Fahrzeuge, die man aufgrund verschiedener Kriterien für verdächtig halte.

Das Gericht hielt dem 39-Jährigen am Ende des Prozesses zugute, dass er bisher strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten ist und das Kokain nicht in den Verkehr kam. Außerdem geht die Kammer davon aus, dass der Mann als Kurierfahrer nur ein kleiner Fisch und nicht der Kopf des Drogenhandels ist. Aber gegen ihn spreche: Aus dem von ihm transportierten Kokain hätte man sehr viele Konsumeinheiten herstellen können. Der 39-Jährige brach beim Urteil in Tränen aus.