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Siegburger Keramikmarkt: "Klasse statt Masse"

Siegburger Keramikmarkt : "Klasse statt Masse"

70 Aussteller aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland zeigten am Sonntag auf dem Keramikmarkt einen Querschnitt des keramischen Handwerks und der keramischen Kunst, ein vielfältiges und modernes Angebot, angefangen von Unikaten über individuelle Gebrauchskeramik, Porzellan und Schmuck bis zu künstlerischen Objekten.

Erstmals wurde in diesem Jahr gleichzeitig ein Preis unter dem Titel "Trink- und Schankgefäße - zeitgenössisch" ausgelobt, der dank zahlreicher Sponsoren mit insgesamt 1800 Euro dotiert war. 42 Aussteller beteiligten sich an dem Wettbewerb, der "das hohe Niveau des Marktes" widerspiegele, so Christoph Hasenberg, unter anderem Dozent an der Fachschule Keramik in Höhr-Grenzhausen, der mit seiner Frau Ines ein Keramikatelier auf der Kaiserstraße betreibt.

Diese hohe Qualität mache "eine Entscheidung so schwierig", erklärte Museumsleiterin Gundula Caspary, die mit Hasenberg und dessen Lehrerkollegin Barbara Kaas die Jury bildete. Begeistert von der Klasse zeigte sich auch Annette Scharfort, die aus Mülheim an der Ruhr angereist war. "Sehr schön, ganz hohes Niveau, die Ausstellung sehr originell", lautete ihr Urteil.

Margret und Wolf Ewert vom "Atelier Tonwerk" aus Visbek waren "vor zehn oder zwölf Jahren das letze Mal in Siegburg". Sie sei erstaunt, "wie sehr die Qualität angehoben worden ist", erklärte Margret Ewert. Eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr wollte sie allerdings von den Umsätzen abhängig machen.

Ein große Anzahl von Besuchern war in die Kreisstadt gekommen. "Ich habe schon sehr viele Sammler gesehen, die gezielt auf der Suche sind", berichtete Ines Hasenberg an ihrem Stand. Das sah sie als Beweis, dass man mit dem im vergangenen Jahr erstmalig angewandten Konzept "Klasse statt Masse" auf dem richtigen Weg sei. Nach langer Beratung standen dann die Preisträger fest. Bewertet wurden die Kriterien "themenbezogene Eigenständigkeit", also "ob im Stil der eigenen Werkstatt gearbeitet wurde", erklärte Christoph Hasenberg. Darüber hinaus wurden die Innovation, die handwerkliche Qualität und natürlich auch der Gebrauchsnutzen berücksichtigt.

Einstimmig vergaben die Juroren den ersten Preis für eine Flasche mit Becherdeckel (wie eine Thermoskanne) an Tine und Arwed Angerer aus Höhr-Grenzhausen. "Keine Arbeit kam so nah an das Thema. Sie schlägt eine Brücke zur Historie in zeitgenössischer Interpretation", so die Begründung. Platz 2 belegte Petra Wolf aus Brüggen mit einer Installation aus hauchdünnem Porzellan, das die "Geste des Wasserschöpfens" symbolisiert. Den dritten Preis nahm die international anerkannte Keramikerin und mehrfache Preisträgerin Petra Bittl aus Bonn-Pützchen für ein doppelwandiges Teegeschirr entgegen. Unter anderem aufgrund der innovativen Verarbeitung des Porzellans, die es laut Jury "so noch nicht gegeben hat".