Verkehrsinfrastruktur im Rhein-Sieg-Kreis: Klares Ja zur Rheinbrücke, weiter Streit um Südtangente

Verkehrsinfrastruktur im Rhein-Sieg-Kreis : Klares Ja zur Rheinbrücke, weiter Streit um Südtangente

Die Politik und zahlreiche Initiativen aus Bonn und der Region positionieren sich zum Bundesverkehrswegeplan - und stehen weiter zu ihrem klaren Ja zu einer möglichen Rheinbrücke.

Als im März der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans veröffentlicht wurde, erreichten die beiden großen Neubauprojekte der Region nur Mittelfeldplätze. Sowohl die Rheinbrücke zwischen Wesseling und Niederkassel als auch die Südtangente werden demnach nicht vor 2030 realisiert – wenn sie denn überhaupt kommen. Derzeit rühren Politik und Initiativen die Werbetrommel für „ihre“ Projekte, um beim Bund vielleicht doch noch etwas bewegen zu können.

So hat der Regionalrat der Bezirksregierung Köln in einer Stellungnahme an Bund und Land die Wichtigkeit der neuen Rheinbrücke betont. Das Projekt erfreut sich allgemeiner Zustimmung. Weil es aber noch keine Planung gibt, ist es im Entwurf des Verkehrswegeplans nur mäßig eingruppiert. Der Regionalrat bittet in seiner Stellungnahme – ähnlich wie die Stadt Niederkassel, der Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Bonn – darum, die Rheinbrücke höher einzustufen. In die Kategorie „vordinglicher Bedarf“ soll nach Wunsch des Regionalrats auch die Erweiterung der A 565 zwischen Bonn-Hardtberg und dem Kreuz Bonn-Nord aufgenommen werden. Sie soll je Richtung dreispurig werden. Das Thema „Südtangente“, bei dem sich Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis uneinig sind, hat der Regionalrat in seiner Stellungnahme ausgeklammert.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Rolf Beu aus Bonn nahm das zufrieden zur Kenntnis: „Statt der nicht nur in Bonn umstrittenen 'Südtangente' fordert die Region nun einvernehmlich die Hochstufung dieser neuen Rheinquerung sowohl für den Straßen-, als auch für den Schienenverkehr.“

Doch die Diskussion um die Südtangente ist keineswegs vorbei. Jüngst hatte die Kreis-CDU noch einmal einen Anlauf unternommen, vor allem mit dem Argument, dass die neue Trasse zwischen dem Venusberg und dem Ennert größtenteils unterirdisch oder in Troglage verläuft. Die CDU sieht darin wesentliche Verbesserungen gegenüber den früheren Entwürfen für das Projekt.

Das meint auch die Initiative Verkehrsentlastung Siebengebirge, die „keine realistische Alternative“ zur Südtangente sieht und beim Bund die Höherstufung des Projekts fordert. Dagegen warnt der Verein „Lebenswerte Siebengebirgsregion“ erneut vor der Südtangente: Sie werde der Region mehr Verkehrsbelastung bringen. Der Verein hat Landrat Sebastian Schuster in einem offenen Brief aufgefordert, von dem „Schildbürgerstreich“ Abstand zu nehmen.

Der Planungs- und Verkehrsausschuss des Kreises befasst sich am Donnerstag erneut mit dem Bundesverkehrswegeplan (16 Uhr, Kreishaus, Saal A 1.16).

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