Freies Internet im Rhein-Sieg-Kreis: Kein freies WLAN in Bussen

Freies Internet im Rhein-Sieg-Kreis : Kein freies WLAN in Bussen

Der Kreisplanungsausschuss lehnt WLAN in Bussen im Rhein-Sieg-Kreis ab. Die Realisierung des Angebotes ist der Kreisverwaltung zu teuer, der Nutzen zu gering.

Freies WLAN in Bussen und Stadtbahnen der im Rhein-Sieg-Kreis fahrenden Verkehrsbetriebe wird es auch weiterhin nicht geben. Das hat der Ausschuss für Planung und Verkehr des Rhein-Sieg-Kreises am Donnerstag entschieden. Im Juni 2015 hatte die SPD-Kreistagsfraktion den entsprechenden Antrag gestellt. Doch der Ausschuss folgte mehrheitlich der Beschlussvorlage, das Vorhaben nicht zu realisieren.

Hauptargument der Gegner war der immense Kostenaufwand bei geringem Nutzen. Die Kreisverwaltung schätzt die einmaligen Einrichtungskosten auf etwa 540.000 Euro. Weitere 555.000 Euro würden als jährliche Betriebskosten hinzukommen. „Die CDU-Fraktion möchte nicht zusätzlich eine halbe Million Euro für den hochdefizitären ÖPNV ausgeben – zumindest nicht für so ein Projekt. Das Geld kann man besser in die Sicherung des Leistungsangebots investieren“, sagte Marcus Kitz von der CDU.

Dieser Meinung ist auch die Kreisverwaltung. Sie empfiehlt, die begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel gemäß den Vorgaben des Nahverkehrsplans auszugeben.

Auch Michael Schroerlücke von den Grünen spricht sich gegen ein freies WLAN in Bussen und Bahnen aus: „Die Fahrgäste sind nicht lange genug unterwegs, um das Angebot richtig nutzen zu können. Es ist ein sehr großer Aufwand, der nur Wenigen nutzen wird.“

Im Bus habe man nur selten einen Sitzplatz, und im Stehen könne man nur schwer im Internet surfen, wenn man sich gleichzeitig festhalten müsse. Zu Hauptverkehrszeiten könne deshalb nur etwa die Hälfte der Fahrgäste das Angebot nutzen. Außerdem hätten die meisten Leute mittlerweile Internetflatrates.

Die SPD übte Kritik an der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG), die freies WLAN in ihren Bussen abgelehnt hatte: „Die RSVG ist hinterm Mond. Bei der RVK geht das“, sagte Ute Krupp mit Blick auf ein befristetes Pilotprojekt des linksrheinischen Busunternehmens. Doch auch die Sozialdemokraten sehen ein Problem in den Kosten. Deshalb bat Krupp die Verwaltung, nochmals das Gespräch mit den Verkehrsunternehmen zu suchen und den Ausschuss, nicht direkt die generelle Ablehnung der Idee zu beschließen.

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