Jugendpolitik in Siegburg: Junge Leute machen weiter Druck

Jugendpolitik in Siegburg : Junge Leute machen weiter Druck

Am Samstag demonstrierten viele Jugendliche für die Bereitstellung neuer Räume für das Selbstverwaltende Jugendzentrum (SJZ). Die Bemühungen von Seiten der Stadt sind vielen nicht genug.

. Man habe den Eindruck, die Stadt könne ihre Bemühungen noch intensivieren, sagte Paul Eisele vom Selbstverwalteten Jugendzentrum (SJZ) am Samstag am Rande einer Demonstration in der Siegburger Innenstadt. Dabei forderten die Jugendlichen die Bereitstellung neuer Räume, wie von der Stadt schon länger zugesagt. Man führe zwar Gespräche und glaube auch, dass die Verwaltung bemüht sei, wolle aber noch einmal auf die nicht hinnehmbare Situation in der Öffentlichkeit aufmerksam machen, sagte Eisele und betonte: „Es kann doch nicht sein, dass wir nach 25 Jahren erfolgreicher Jugendarbeit abgeschoben und vertröstet werden. Wir wollen im Stadtbild bleiben.“

Ihren Unmut machten die Demonstranten unter anderem mit einem Transparent deutlich, auf dem zu lesen war: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Räume klaut.“ Mit dem Bau des Altenheims an der Heinrichstraße musste das SJZ im Jahr 2012 in das Gebäude der ehemaligen Hauptschule Haufeld umziehen, die Räume dort wieder verlassen, als das ausgemusterte Schulgebäude als Flüchtlingsunterkunft gebraucht wurde.

Der Verein wurde aber keinesfalls rausgeschmissen, sondern machte freiwillig seinen Treff dicht. Um ihre Solidarität zu zeigen, hatten die Jugendlichen sogar die Eintrittsgelder einer Party und des letzten Konzerts an Silvester in den Räumen im Haufeld zur Unterstützung von Flüchtlingen an die Flüchtlingsinitiative Lohmar-Siegburg gespendet. Seitdem warten sie vergeblich auf ein neues Zuhause. Zwar können die Jugendlichen vorerst an jedem zweiten Dienstagabend zum „Thekenabend“ Räume des Jungen Forums Kunst nutzen und jeweils am ersten und dritten Sonntag die des Troisdorfer Jugendkulturcafés, aber das sei auf Dauer keine Lösung. Vor allem auch deshalb, weil das SJZ dort keine Konzerte veranstalten könne, mit denen der Verein zum großen Teil seine Arbeit finanziert, erläuterte Eisele.

In der vergangenen Woche fand ein Gespräch zwischen der Stadt und einer Abordnung des SJZ statt. Die Jugendvertreter hatten dabei eine Liste mit leer stehenden Gebäuden in Siegburg vorgelegt. Laut Stadtsprecher Wolfgang Hohn wolle die Verwaltung zwei mögliche Objekte auf Tauglichkeit anhand der Bedürfnisse des Vereins prüfen.

Hohn betonte, das Gespräch habe in sehr harmonischer Atmosphäre stattgefunden. „Da saßen Partner am Tisch, die Hilfe benötigen und die helfen wollen“, schilderte Hohn seinen Eindruck, den Eisele bestätigte. In der nächsten Woche soll dem SJZ ein Ergebnis mitgeteilt werden.

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