Konzert im Stadtmuseum: Jazz-Weltstar Barbara Dennerlein war zu Gast in Siegburg

Konzert im Stadtmuseum : Jazz-Weltstar Barbara Dennerlein war zu Gast in Siegburg

Die Musikerin Barbara Dennerlein gastierte mit ihrer Hammond B3-Orgel und Partner Drori Mondlak am Schlagzeug im ausverkauften Siegburger Stadtmuseum. Das Konzert endete mit stehenden Ovationen des Publikums.

Vor dem Stadtmuseum wartete am Freitagabend eine Schlange von Fans, die versuchten, noch eine Karte zum ausverkauften Konzert zu ergattern. Der große Andrang bestätigte Barbara Dennerleins Ruf als Ausnahmekünstlerin.

Die Jazzmusikerin hat ihren Weg zum Superstar nach nur anderthalb Jahren Unterricht an ihrem Instrument, der legendären Hammond B3-Orgel, autodidaktisch gefunden. Seit ihrem 15. Lebensjahr gibt die heute 53-jährige Künstlerin Auftritte an Hammond- und Kirchenorgeln, ist auf Jazzfestivals und bei Solotourneen zu erleben und produziert Alben selbst komponierter Jazzstücke. „Ein absoluter Traum“, findet Musikschulleiter Hans-Peter Herkenhöhner, der bei seinem „Tribute to Jon Lord“-Konzert noch vor ein paar Wochen selbst an der Hammond B3 in Siegburg zu erleben war und die Jazzlegende nach Siegburg holte.

Eine Einladung, der vor allem Jazzliebhaber ins Stadtmuseum folgten und ein Konzert, das mit stehenden Ovationen, Zugaben der Künstlerin und anschließender Autogrammstunde endete. Mit Ruhe und Gelassenheit hatte die mehrfache Trägerin des Jazz Awards in Gold und Botschafterin ihres seit 1974 nicht mehr gebauten Instruments bei einem zweieinhalbstündigen Konzert mit Duo-Partner Drori Mondlak (Schlagzeug) musikalische – und körperliche – Höchstleistungen gebracht.

Der als „langsamer Blues“ angekündigte „Stormy Weather Blues“ war dann genauso wenig langsam, wie der „Bossa Nero“ schwarz war. Dennerlein faszinierte mit ihrer Vielseitigkeit. Kapriziös und in schwindelerregenden Formationen ließ sie ihre Hände den Schmetterlingsflug in „Four Yellow Butterflies“ nachvollziehen und verzauberte mit ihrem improvisatorischen Ideenreichtum und dem kongenialen Zusammenspiel mit ihrem Duo-Partner Mondlak. „Die Energie geht einfach mit mir durch“, flunkerte die Künstlerin in ihren Moderationen und wurde nicht müde, den besonderen Reiz ihres elektromagnetischen, zweimanualigen Instruments zu erklären.

Über Midi-Technik hat Dennerlein zudem die Möglichkeit des Bass-Spiels mit dem linken Fuß akustisch verbessert. Dass der „wunderbar weiche, menschliche Sound der Hammond-Orgel direkt in den Bauch geht“, konnte nicht nur Dennerlein, sondern auch ihr Publikum nachempfinden. Und ein paar ihrer jazzigen „Yellow Butterflies“ hinterließ die charmante Künstlerin bestimmt auch als Schmetterlinge im Bauch ihres Siegburger Publikums.