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Kommentar zu Masernerkrankungen: Immun gegen Argumente

Kommentar zu Masernerkrankungen : Immun gegen Argumente

Es gibt immer noch Eltern, die ihren Kindern aus ideologischen Gründen eine Masernimpfung verweigern - und damit anderer Leute Kinder gefährden, kommentiert Marcel Dörsing.

Die Zahlen der Ansteckungen im Rheinland belegen einmal mehr: So leicht wie es sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einmal vorgestellt hatte, sind die Masern nicht tot zu kriegen. Daran ändern offenbar auch Aufklärungsprogramme etwa der Bundesregierung zur Eliminierung des Virus nichts. Laut WHO ist das Ziel der Ausrottung des Erregers nur zu erreichen, wenn mehr als 95 Prozent der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Standardimpfung erhalten haben.

Mit 93 Prozent Impfabdeckung bei der Schuleingangsuntersuchung erreicht der Rhein-Sieg-Kreis zwar fast diese Marke, aber eben nur fast. Es sind eben auch in der Region immer noch viele Menschen immun – nicht gegen den Erreger, sondern gegen vernünftige Argumente. Impfskeptiker verteilen sich dabei nicht gleichmäßig in der Bevölkerung, sondern bilden „Hot Spots“. An diesen Punkten – dies können Schulen und Kindergärten mit anthroposophischem Ansatz sein oder der Patientenstamm eines impfskeptischen Mediziners – kann sich der Virus ideal verbreiten.

Viele Eltern glauben offenbar immer noch, die persönliche Entscheidung, ob sie ihr Kind impfen lassen oder nicht, gehe niemanden sonst etwas an. Das ist nicht richtig. Impfverweigerer stellen eine Gefahr für Menschen dar, die sich nicht oder noch nicht impfen lassen können, wie etwa Säuglinge. Vor allem die Jüngsten sind gefährdet, an Komplikationen zu sterben. Wenn Appelle alleine nicht zum gewünschten Ziel führen, sollte der Staat mit Sanktionen nachhelfen. Ein erster Schritt: Kitaverbot für ungeimpfte Kinder. Wer mit der Gesundheit der Gesellschaft spielt, sollte bitte schön zu Hause spielen.