Freunde und Förderer des Michaelsberges: Hüter des Siegburger Wahrzeichens

Freunde und Förderer des Michaelsberges : Hüter des Siegburger Wahrzeichens

"Es geht nicht um irgendeine Kirche, sondern um das Wahrzeichen der Stadt, das wir erhalten wollen", erklärt der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Michaelsberges, Konrad Machens, zum Engagement von rund 360 Mitgliedern.

Sie sehen auch nach dem Weggang der Benediktiner und trotz Ansiedlung des Katholisch-Sozialen Instituts (KSI) genügend Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. 2011 hatte man zunächst beschlossen, vorübergehend keine Beiträge mehr zu erheben und die Entwicklung auf dem Michaelsberg abzuwarten.

Mit dem Einzug der Unbeschuhten Karmeliten nahm der Verein seine Aktivitäten wieder auf. Vor einem Monat ist die Satzung des Vereins durch Beschluss seiner Mitglieder geändert worden. Das war unter anderem notwendig, weil die Zuständigkeit für das ehemalige Abteigebäude mit Einzug des KSI wegfällt, wie Machens erklärt.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, "künftig die Ausgestaltung der Abteikirche nebst Krypta, aber auch deren Erhalt selbst, in jeder möglichen Weise zu unterstützen". Die gehören wie das KSI zwar auch dem Erzbistum Köln, es besteht aber ein Abkommen, dass die Freunde und Förderer rund um die Kirche prüfen, was zu tun ist. Durch Beisteuerung eines bestimmten Anteils zu entstehenden Kosten hat der Verein laut Machens einen gewissen Einfluss auf "die Dringlichkeitsliste" bei der Realisierung erforderlicher Maßnahmen.

Zusammengefunden haben sich die ersten Freunde und Förderer 1948, um das durch den Krieg stark zerstörte Kloster samt Kirche wiederaufzubauen. Damals stand die Klostergemeinschaft der Benediktiner vor der Wahl, sich eine neue Heimat zu suchen. Die Mönche beschlossen, zu bleiben.

Der damalige Abt Ildefons Schulte-Strathaus wird in einem Zeitungsbericht zitiert: "Wir entschieden uns für den Aufbau und schöpften Mut nicht zuletzt aus dem Wissen, dass unsere Brüder auf dem weltbekannten Monte Cassino trotz noch stärkerer Zerstörung ebenfalls diesen Mut aufbringen."

Heute geht es nicht mehr um eine so große Baustelle wie im Gründerjahr des Vereins, trotzdem fallen immer wieder Reparaturarbeiten an, für die viel Geld aufgebracht werden muss. "Das können wir natürlich nicht nur durch Mitgliederbeiträge finanzieren", so Machens. Zum Glück erhalte der Verein aber regelmäßig großzügige Spenden. Gerade wurde festgestellt, dass "irgendetwas mit der Technik für das Glockengeläut nicht stimmt", berichtet der Vorsitzende.

Mit den Fenstern müsse "was gemacht werden", und auch die Lautsprecher funktionierten nicht richtig. Ganz oben auf der "To-do-Liste" steht die Rückholung des riesigen Kreuzes, das im Altarraum der ehemaligen Abteikirche hing und - für Machens völlig unverständlich - abgehängt und ins Museum Schnütgen nach Köln transportiert worden ist. Einer Rückführung muss allerdings das Generalvikariat zustimmen.

Unterstützung und Zuwendungen erhalten satzungsgemäß auch die Mönche, die im September ihr Karmel (Ordenshaus) im ehemaligen Jugendgästehaus bezogen haben. So möchte der Verein den indischen Mönchen beispielsweise eine Figur der "Maria vom Karmel", die ihnen vom Alexianer-Orden, Betreiber des "Haus zur Mühlen", geschenkt worden ist, restaurieren lassen.

Für die Krypta soll ein Tabernakel angeschafft werden, außerdem fehlt eine Monstranz. Geld fließt darüber hinaus in soziale und karitative Aufgaben der Karmeliten in deren Heimatland Indien. Dort hat der Orden in Cochi, Kerala, ein Jungeninternat für Kinder aus umliegenden Dörfern, deren Eltern Analphabeten sind, gegründet, um ihnen eine Schulausbildung zu ermöglichen. In dem Gebäude wird dringend eine Küche benötigt, weil man an einer offenen Feuerstelle kochen muss, weiß Machens.

Unterstützen möchte man auch ein Projekt, bei dem demnächst für Mädchen eine Nähmaschinenwerkstatt eingerichtet wird, um ihnen die Möglichkeit zu geben, den Lebensunterhalt eigenständig zu finanzieren. Nachdem es nun weitergeht, freut sich Machens über jedes neue Mitglied und hofft, "möglichst auch jüngere Leute" für eine Mitarbeit gewinnen zu können.

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