Zimmerei Stocksiefen lud zum Tag der offenen Tür nach Mondorf: Gutes Klima im Mehrparteien-Holzhaus

Zimmerei Stocksiefen lud zum Tag der offenen Tür nach Mondorf : Gutes Klima im Mehrparteien-Holzhaus

Zimmerei Stocksiefen lud zum Tag der offenen Tür nach Mondorf. Unkonventionelle Bauweise weckt Interesse

Dass sich hinter der modernen hellgrauen Putzfassade ein Holzhaus verbirgt, muss man wissen, denn nichts deutet bei dem Sechs-Parteien-Haus Am Wingert in Mondorf darauf hin, dass alle Teile aus Holz gefertigt wurden.

Es ist eine Art Meisterstück der Zimmerei Stocksiefen, die bereits seit 2006 Einfamilienhäuser aus Holz baut, und dieser Bauweise gerne auch im Rhein-Sieg-Kreis zu mehr Popularität verhelfen will. Der Erfolg gibt Vater und Sohn Recht. Benjamin Stocksiefen ist zuständig für diese Sparte und alle sechs Wohnungen in bester Lage, teils mit Blick auf den Rhein, sind bereits vermietet.

Am Freitag war noch einmal Tag der offenen Tür, bevor die neuen Bewohner ihre Quartiere am 1. August übernehmen. Stefanie Ulbricht und Patrick Block werden im Erdgeschoss eine Wohnung beziehen. Sie tummelten sich am Freitag unter den 30 Interessenten, die sich für eine Führung durch das einzige Mehrparteienhaus aus Holz im Rhein-Sieg-Kreis angemeldet hatten.

Für die beiden Studenten ist es die erste eigene und gemeinsame Wohnung, die sie beziehen, denn noch leben die beiden 22-Jährigen bei ihren Eltern in Niederkassel und Bonn. "Wir sind bei unserer Wohnungssuche durch Zufall auf dieses Haus gestoßen", berichten sie. Wegen des Gartens haben sie sich für eine der beiden Erdgeschoss-Wohnungen entschieden und am Freitag waren sie nochmal dort, um die komplette Einrichtung ihres neuen Badezimmers mit großem Spiegel und ebenerdiger Dusche zu bestaunen. Für die Studenten ist der Quadratmeterpreis von zehn Euro für den Neubau mit den niedrigen Nebenkosten in Ordnung. "In Bonn wäre eine ähnliche Wohnung wesentlich teurer." Dass sie voraussichtlich wesentlich weniger Energiekosten haben werden, liegt an den guten Dämmeigenschaften von Holz und an dem geschredderten Zeitungspapier, das als Dämmmaterial mit Hochdruck in die Wände eingebracht wurde. 37,5 Zentimeten sind die Wände dick, die im wahrsten Sinne des Wortes für gutes Klima sorgen und damit "nichts mit den Pappdeckelkisten, wie man sie bei den Hurrikans in den USA schon mal wegfliegen sieht, zu tun hat", klärt Stocksiefen auf. In nur vier Monaten Bauzeit stand das Mehrfamilienhaus auf der Kellerdecke.

Gutes Klima, gute Energiebilanz und schnelle Bauzeit haben jedoch ihren Preis. Rund 900 000 Euro hat die Zimmerei in ihr Vorzeigeprojekt investiert. Die Mieter zahlen zehn Euro Kaltmiete für den Quadratmeter in dem von Johannes Nöbel entworfenen modernen Haus, 50 Meter vom Rhein entfernt.

Bisher sei das Interesse groß. "Es kommen auch viele Interessenten, die an- oder umbauen wollen, auch Architekten sind dabei, die bisher nicht wussten, dass wir Holzhäuser bauen", berichtet Stocksiefen. Die Mieter im Mondorfer Holzhaus sind noch jung und schätzen die niedrigen Energiekosten.

"Da haben wir uns übrigens gründlich geirrt", meint Stocksiefen, denn eigentlich hatten sie geplant, dass in das Haus eher Senioren, denen ihr Einfamilienhaus zu groß geworden ist, einziehen würden. Daraus wurde nichts. Der älteste Mieter, der wie alle im Haus ab dem 1. August einzieht, ist gerade mal 40 Jahre alt.

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