Gedenkfeier für verstorbene Kinder

„Weltweiter Gedenktag für verstorbene Kinder“ : Familien gedenken in Siegburg ihrer verstorbenen Kinder

Jedes Jahr findet am zweiten Sonntag im Dezember der „Weltweite Gedenktag für verstorbene Kinder“ (Worldwide Candlelighting Day) statt. In Siegburg sind betroffene Familien bei einer Gedenkfeier in der Trauerhalle des Siegburger Nordfriedhofs zusammenkommen.

Jedes Jahr findet am zweiten Sonntag im Dezember der „Weltweite Gedenktag für verstorbene Kinder“ (Worldwide Candlelighting Day, übersetzt „Tag des weltweiten Kerzenleuchtens“) statt. In Siegburg ist es bereits Tradition, dass an diesem Tag betroffene Familien an einer Gedenkfeier in der Trauerhalle des Siegburger Nordfriedhofs zusammenkommen.

Die Vereine Tod & Leben und die Hope’s Angel Foundation boten am Sonntag bei einem Gedenken für Eltern die Möglichkeit, sich in einem geschützten Rahmen ihrer Kinder zu erinnern und sich bei Tee und Gebäck mit anderen betroffenen Familien auszutauschen. Auch Geschwister und Großeltern versammelten sich zu der Gedenkstunde in der Trauerhalle am Nordfriedhof. Insgesamt nahmen 92 Familienmitglieder an dem Gedenken teil. Es war in diesem Jahr das fünfte dieser Art. Thema war „Die Liebe bleibt“.

Neben verschiedenen musikalischen Beiträgen mit Gesang und Harfe entzündeten die Hinterbliebenen Kerzen für die Kinder. Beim Worldwide Candlelighting Day wird dazu aufgerufen, eine Kerze ins Fenster zu stellen, um an ungeborenes Leben zu erinnern. In der Schwangerschaft ein Kind zu verlieren, ist für viele Mütter, aber auch für Väter, ein schwerer Schicksalsschlag. Das Licht steht für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt.

Die Organisatorin der Gedenkstunde, Birgit Rutz, engagiert sich seit 15 Jahren in der Hope’s Angel Foundation, die Hilfe und Unterstützung für Familien und Fachkräfte bei Fehlgeburt, stiller Geburt, Schwangerschaftsabbruch und Neugeborenentod bietet. Hope’s Angel bedeutet übersetzt Hoffnungsengel. Sitz des Vereins, der Menschen aus dem Großraum Köln/Bonn begleitet, ist in Sankt Augustin. „Grundstein und Motivation für diese Arbeit ist eigene Betroffenheit. Ich habe fünf Kinder verloren“, sagte die siebenfache Mutter.

Der Verein finanziere sich aus Spenden, erläuterte Birgit Rutz, die ehrenamtlich für den Verein tätig ist. „Wir erleben, wie wichtig dieser Raum der Erinnerung für die Familien ist.“ Die Namen der Kinder, denen es verwehrt war zu leben, wurden vorgelesen.

Die Sterbe- und Trauerbegleiterin Birgit Rutz hat immer ein offenes Ohr, auch für diejenigen, bei denen das traumatische Ereignis des Verlusts eines Kindes Jahrzehnte zurückliegt. Früher wurde darüber in vielen Familien nicht gesprochen. Anrufen kann man sie unter 02241/5451123.