Kommentar zu den Übernachtungszahlen: Frische Ideen

Kommentar zu den Übernachtungszahlen : Frische Ideen

Bei den Themen Tourismus und Naherholung gilt es für den Kreis, dran zu bleiben. Flair, Gastronomie, Sehenswürdigkeiten und Kulturangebote müssen stimmen und gut präsentiert sein. Dann kommen Tagungsgäste auch wieder, meint GA-Redakteur Dominik Pieper.

Der Rhein-Sieg-Kreis war und ist keine klassische Urlaubsregion, und doch erfreuen sich Tourismus und Naherholung wachsender Bedeutung. Deshalb lohnt es sich, diese Themen zwischen Rheinbach-Hilberath und Windeck-Au voranzubringen. Gefordert sind der Kreis, die Kommunen, das Hotel- und Gastgewerbe und nicht zuletzt Marketingstrategen, die immer wieder die Besonderheiten der Region herausarbeiten. In Zeiten, in denen landauf, landab die Heimat wiederentdeckt wird, erscheinen die Vorzeichen günstig.

Freilich gilt es beim Thema Tourismus zu differenzieren: Wer kommt warum in den Kreis? Da sind einmal die Tagestouristen, die wegen Beethoven, der Museen oder des Kölner Doms das Rheinland besuchen und vielleicht noch einen Abstecher ins Bonner oder Kölner Umland wagen. Dann gibt es den Tagungsbetrieb. Auch da profitiert der Kreis von den großen Nachbarn. Daneben wollen Städte wie Siegburg und Troisdorf als Kongresstandort punkten. Schöne Tagungsstätten und Übernachtungsangebote reichen aber allein nicht aus: Flair, Gastronomie, Sehenswürdigkeiten, Kulturangebote – all das muss stimmen und gut präsentiert sein. Dann kommen die Tagungsgäste sicher ein weiteres Mal.

Und dann gibt es die reizvolle Landschaft im Bergischen oder an der oberen Sieg, die für Ausflügler interessant ist – ein Pfund, mit dem die dortigen Gemeinden wuchern können. Doch die touristische Entwicklung ist auch dort kein Selbstläufer. Es braucht immer wieder frische Ideen, ebenso wie Bestandspflege. Wenn der Natursteig Sieg ein halbes Jahr nach dem Orkan Friederike noch nicht restlos von Sturmbruch geräumt ist, deutet das auf Vernachlässigung hin.

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