Lesewettbewerb in Siegburg: Entscheidung erst im Stechen

Lesewettbewerb in Siegburg : Entscheidung erst im Stechen

Zu einem Ereignis der besonderen Art kam jetzt beim Vorlesewettbewerb in der Stadtbibliothek Siegburg. Zum ersten Mal wurde ein Stechen zwischen zwei Teilnehmerinnen ausgetragen, bei dem sich Emma Pfeffer vom Antoniuskolleg in Neunkirchen-Seelscheid schließlich gegen Alkan Rauzanur vom Gymnasium Zum Altenforst in Troisdorf durchsetzte.

Der Wettbewerb des Deutschen Buchhandels wurde im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis vom Freundeskreis der Stadtbibliothek Siegburg durchgeführt. 15 Schüler aus den sechsten Klassen des rechtsrheinischen Kreises hatten sich zuvor an ihren Schulen für den Wettbewerb qualifiziert und erhielten am Wettbewerbstag einen unbekannten Text aus dem Comic-Roman "Echt krank!" von Hans-Jürgen Feldhaus. Jedes Kind konnte sich in einem separaten Zimmer innerhalb von fünf Minuten in den einseitigen Text einlesen, um sich anschließend einer Jury zu stellen. Diese bestand aus einer besonderen Besetzung: Die Vorjahressiegerin Sophia Rohde wechselte die Seite und war diesmal nicht zum Vorlesen, sondern zum Bewerten angetreten. "Ich finde es toll, dass ich mit in der Jury sitzen darf. Ich habe es mir erhofft und direkt zugesagt", sagte die Zwölfjährige.

"Wir versuchen immer, dass nicht nur ältere Menschen, sondern auch jemand aus derselben Altersklasse mit bewertet", sagte der Freundeskreisvorsitzende Charly Halft. Am Ende stand es unentschieden zwischen Alkan und Emma, so dass der Wettbewerb in die Verlängerung ging. Die Schülerinnen lasen einen unvorbereiteten Text aus "Vorstadtkrokodile" von Max von der Grün. Emma überzeugte vor allem mit Gelassenheit, flüssiger Lesetechnik und guter Betonung. Sie ist somit in der nächsten Runde und tritt auf Bezirksebene in Köln an.

"Ziel des Vorlesewettbewerbs ist es, die Leselust der Kinder zu fördern und das Kulturgut Buch weiter zu verankern", so Halft. Der bundesweite Vorlesewettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Insgesamt beteiligen sich etwa 600 000 Schüler daran. Jeder erhält als Belohnung eine Urkunde und Geschenke.

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