Streit um Sitzung im Siegburger Karneval: Eklat sorgt für miese Stimmung

Streit um Sitzung im Siegburger Karneval : Eklat sorgt für miese Stimmung

Die Stadtsoldaten Rot-Weiß verlassen das Karnevalskomitee. Die Sitzung des Traditionsvereins im November war dem Komitee nicht genehm, weil das Siegburger Prinzenpaar noch nicht proklamiert war.

In knapp zwei Wochen ist es wieder einmal soweit. Mit der Weiberfastnacht startet die Hochzeit und finale Woche der diesjährigen Karnevalssession. Der Siegburger Karneval allerdings wird in dieser Session von einer internen Auseinandersetzung überschattet, die just darin gipfelte, dass die Siegburger Stadtsoldaten Rot-Weiß aus dem Karnevalskomitee ausgetreten sind.

Der Ärger begann bereits im vergangenen Oktober. Wie berichtet, hatten die Stadtsoldaten angekündigt, vor allen anderen Vereinen ihre Sitzung bereits im November abzuhalten. Das sei in Siegburg aber nicht erlaubt, heißt es von Seiten des Komitees. Aufgrund des Regelverstoßes wurden die Stadtsoldaten kurzerhand aus dem Komitee ausgeschlossen. Es folgten ein Widerspruch und dessen Ablehnung durch das Komitee. In einem offiziellen Schreiben teilte der Siegburger Traditionsverein nun seinerseits den Austritt mit. „Für mich und viele andere ist das alles nicht nachvollziehbar, und wir haben keine Lust mehr, uns zu zanken“, sagte Wolfgang Schmitz, Ehrenpräsident und Pressesprecher der Stadtsoldaten, auf Nachfrage des General-Anzeigers.

Für durchaus nachvollziehbar hält Jörg Sola Schröder, Geschäftsführer des Siegburger Karnevalskomitees, dessen Vorgehen: „Das Komitee besteht aus 17 Vereinen, und alle Beschlüsse kommen demokratisch zustande“, betonte er. So sei auch seinerzeit demokratisch beschlossen worden, dass keine Sitzungen im November stattfinden dürfen, damit das Prinzenpaar, das erst im Januar proklamiert wird, die Gelegenheit hat, im vollen Ornat zu erscheinen. „Die Siegburger Stadtsoldaten sind der einzige Verein, der sich nicht an diese Regel hält.“

„In der Satzung des Komitees steht nichts von Terminen“, heißt es wiederum im Austrittsschreiben der Stadtsoldaten. Schmitz ergänzt: „Seit 27 Jahren findet unsere Karnevalssitzung im November statt. Das Prinzenpaar war immer da, nur eben in Zivil.“

Mit Blick auf das 88-jährige Bestehen der Stadtsoldaten nimmt das Komitee das Ausscheiden des Vereins trotz allem nicht leicht: „Wir bedauern es ausdrücklich, dass es zu diesem Eklat gekommen ist“, beteuerte Jörg Sola Schröder. Ihm sei es unverständlich, so der Geschäftsführer weiter, warum von Seiten der Stadtsoldaten nicht das Gespräch mit ihm gesucht wurde. Schmitz kontert: Ein entsprechendes Angebot habe ihn bisher nicht erreicht. „Und wenn, dann müsste man erst einmal feststellen, was damit bezweckt werden soll.“ Der Austritt der Stadtsoldaten aus dem Siegburger Karnevalskomitee hat zur Folge, dass der Verein nicht mehr an den Veranstaltungen des Komitees, wie etwa der offiziellen Karnevalseröffnung auf dem Markt, teilnehmen darf. Die Teilnahme am Rosenmontagszug ist für Komiteemitglieder kostenlos. Die Stadtsoldaten müssen nun wie alle anderen Teilnehmer eine Gebühr bezahlen.