Junges Forum Kunst: Eine Zukunftswerkstatt auf dem Spielplatz

Junges Forum Kunst : Eine Zukunftswerkstatt auf dem Spielplatz

Zwölf Jahre veranstaltete das Junge Forum Kunst (JFK) seine Sommerakademie unter dem Titel "Sommerwerkstatt" für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Michaelsberg.

Aufgrund der dortigen Bauarbeiten musste es letztes Jahr vom Berg weichen und zog mit bewährtem Konzept, vielen neuen Visionen und dem geänderten Namen "Zukunftswerkstatt" in den Stadtteil Deichhaus. Allerdings nur für ein Mal. Heute geht es los, und das Ganze findet auf den Wiesen des Spielplatzes an der Siegstraße auf der Zange statt. "Wir wollen keinen festen Platz mehr wählen, sondern unser Angebot in die Stadtteile tragen", erklärt Martina Clasen, die die dreiwöchige Veranstaltung konzipiert hat.

So will das JFK im Laufe der nächsten Jahre mit wechselnden Standorten "ein künstlerisches Netz" über die Stadt spannen. Gleichzeitig soll ein reger Austausch zwischen den Bewohnern und den Besuchern erfolgen. Oberstes Ziel ist es, diese quer durch alle Altersschichten "zu freiem Denken" zu animieren und ihre "Kreativität zu fördern", erklärten Clasen und der Vorsitzende des JFK, Karl-Heinz Löbach, bei der Programmvorstellung.

Es gehe nicht darum, den Teilnehmern Vorgaben zu machen, sondern ihnen die Möglichkeit zur freien Entfaltung zu geben. "Die Teilnehmer sollen keine vorgepressten Formen ausfüllen, sondern ihre eigenen Ideen entwickeln können, egal wie verrückt die sind", sagte Clasen. Schließlich seien sie außerhalb der Ferien genug "vollgestopft mit Vorgaben". Vor allem Kinder müssten die Gelegenheiten bekommen, "zu forschen und entwickeln". Aber aus eigenem Antrieb. "Unter Druck sei das nicht möglich", betont Löbach. "Aus wenigen Stöckchen, etwas Sand und ein paar Kieseln schaffen die einen neuen Kosmos", so Löbach. Die Zukunftswerkstatt, die bewusst diesen Namen trägt, weil sie eine Perspektive bieten möchte, diene gleichzeitig der "Entschleunigung" und lasse auch Langeweile zu, so Löbach. "Einfach zwischendurch auf der Wiese sitzen und nichts tun, daraus entstehen neue Kraft und Einfälle", weiß Clasen aufgrund ihrer Erfahrung aus den letzten Jahren.

Auf dem Ferienprogramm stehen neben Malen, Formen und Gestalten mit verschiedenen Materialien, allein oder in der Gruppe, außerdem Malerei und Bildhauerei für Erwachsene, ein "Capoeira"-Kurs (brasilianische Kampfkunst) für alle Altersschichten sowie je ein Musik- und ein Theaterprojekt, ein Picknick und zum Abschluss das traditionelle Lichterfest, das mit der Aufforderung "Sing doch einfach mit" beginnt. Spendern ist es zu verdanken, dass auch Menschen mitmachen können, denen die finanziellen Mittel fehlen. "Ansonsten bezahlt jeder das, was er kann", so Clasen.

Obwohl die Stadt das Projekt im Rahmen des Agenda-Fonds mit 2000 Euro sowie ein größerer Sponsor und kleinere Sponsoren es fördern, darf nichts Unvorhergesehenes passieren. Clasen trägt das gesamte Risiko alleine, muss allein sieben Honorarkräfte bezahlen. Sie hofft daher auf zahlreiche Interessenten, damit das erfolgreiche Projekt selbst eine Zukunft hat. "Im letzten Jahr hatten wir nur 20 Anmeldungen, aber 400 Teilnehmer", berichtet Clasen. "Butterbrot einpacken, spontan vorbei kommen, mitmachen", fordert Clasen jeden auf, der sich kreativ betätigen möchte, auf die Zange zu kommen.

Alle Angebote der Sommerakademie unter www.jungesforumkunst.de

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