Sperrung der A560 bei Siegburg: Eine Frage der Geduld

Sperrung der A560 bei Siegburg : Eine Frage der Geduld

Wer sich am Montagmorgen mit dem Auto auf den Weg in Richtung Bonn machte, musste Nerven und Geduld haben. Grund ist die Sperrung der A 560 zwischen der Anschlussstelle Siegburg und dem Dreieck Sankt Augustin-West in Fahrtrichtung Köln und Bonn, die am Freitagabend bis 20. Juli in Kraft trat und laut Landesbetrieb Straßenbau für eine Sanierung der Fahrbahnoberfläche auf 3,2 Kilometern über die gesamte Fahrbahnbreite notwendig ist.

Claudia Paetsch aus Siegburg rechnete mit erheblichen Behinderungen und hatte daher schon mehr Fahrtzeit als sonst zu ihrer Arbeitsstelle in Bonn eingeplant. Sie habe überlegt, ob die A 3 bis zum Siebengebirge in Richtung Bonn oder die Anschlussstelle Troisdorf zur A 59 über die Wilhelmstraße, die L 332 und über den Willy-Brandt-Ring die bessere Alternative sei, berichtete sie beim Besteigen ihres Wagens in der Ringstraße kurz vor 8 Uhr. Eine weitere Option sei die Route über die B 56 und dann die Auffahrt nahe Hangelar gewesen, so die Marketing-Fachfrau.

Sie entschied sich für die Strecke nach Troisdorf und stand bereits fünf Minuten später am Stauende an der Ecke Wilhelmstraße/Industriestraße. "Bin jetzt immerhin schon an der Abzweigung zum Obi-Markt an der Isaac-Bürger-Straße", berichtete sie mit leicht sarkastischem Unterton exakt 21 Minuten später und nur wenige hundert Meter weiter. Besser erging es aber auch nicht den Autofahrern, die zeitgleich aus Wolsdorf kommend nach Hangelar wollten und in der Siegfeldstraße, Höhe Siegwerk, vorübergehend den Motor abstellen konnten. 25 Minuten dauerte es von dort, um die Kreuzung am Kaiser-Wilhelm-Platz zu erreichen, dann war wieder Schluss. Denn bis zum Kreisel Konrad-Adenauer-Allee/Bonner Straße und weiter standen Autos.

"Weiterhin Stau, nix mit fließen"

Der Verkehrsfunk meldete eine sechs Kilometer lange Schlange auf der B 56 zwischen Siegburg und Hangelar sowie drei Kilometer Stau auf der A 560 vor der Sperrung ab Niederpleis. "Vollkatastrophe" meldete Paetsch sich um 8.30 Uhr kurz, nachdem sie für einen Augenblick glaubte, der Verkehr liefe etwas flüssiger: "Weiterhin Stau, nix mit fließen."

Nutzer der Siegfeldstraße hatten es bis 8.45 Uhr "bereits" bis zum Pumpwerk an der Bonner Straße geschafft. Derweil wälzte sich die umgeleitete Pkw- und Lkw-Karawane auf der A 560 von Niederpleis aus mehr als 40 Minuten ab der Anschlussstelle Siegburg über die B 56 zur Ausfahrt Zange und dann auf die L 332, wo zunächst vor einer temporär installierten Ampel der Verkehr wieder stand. Gut eine Stunde nach Fahrtantritt die knappe Meldung von Claudia Paetsch: "Auffahrt Troisdorf", wenige Minuten später: "Bonn!". Da waren die "Wolsdorfer" gerade einmal in Mülldorf.

Immer mehr Chaos am ersten Tag

Timo Stoppacher, Sprecher des Landesbetriebs, sagte, es herrsche am ersten Tag einer Sperrung "immer mehr Chaos als an den nachfolgenden Tagen", weil viele Autofahrer trotz Ankündigung in den Zeitungen nicht informiert seien. Die Bauleitung prüfe ständig vor Ort Verbesserungen, um Behinderungen möglichst gering zu halten. So wurde nach seinen Angaben schon eine Ampelschaltung geändert und eine gelbe Fahrbahnmarkierung an der Ausfahrt Siegburg aufgebracht, damit Linksabbieger in Richtung Sankt Augustin und Rechtsabbieger in Richtung Ausfahrt Zange "sich nicht mehr in die Quere kommen, so Stoppacher.

Claudia Paetsch hat sich ab heute für die Fahrt auf der A 3 entschieden. "Da weiß ich, ich muss in der Regel mit maximal einer halben Stunde Fahrtzeit rechnen", so ihr Argument.

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