Erweiterung der Rhein-Sieg-Halle: Ein Amphitheater für Siegburg

Erweiterung der Rhein-Sieg-Halle : Ein Amphitheater für Siegburg

Die Stadt Siegburg will die Umgebung der Rhein-Sieg-Halle für rund eine Million Euro neu gestalten. Vorgeschlagen ist auch ein Amphitheater für Open Air-Veranstaltungen.

Der Siegburger Architekt Hartmut de Corné stellte am Dienstagabend den Masterplan für die Rhein-Sieg-Halle und den Pariser Platz vor.

Die geplante Erweiterung der Rhein-Sieg-Halle wird sich nicht allein auf das Veranstaltungsgebäude begrenzen. Ein Amphitheater für Open Air-Veranstaltungen mit bis zu 500 Zuschauern auf dem Pariser Platz, dem Vorplatz der Rhein-Sieg-Halle, dazu eine Neuordnung der Grünflächen, eine Umgestaltung des Verkehrsraums auf der Bachstraße sowie die Aufwertung des Schulhofs des Gymnasiums Alleestraße mit seinen alten Eichen sind die zentralen Elemente eines Masterplans, den der Siegburger Architekt Hartmut de Corné am Dienstagabend dem Verwaltungsrat der Stadtbetriebe Siegburg präsentierte.

De Corné hatte dabei das große Ganze und den „Genius loci“, den „Geist des Ortes“, mit seinen Wege- und Raumbeziehungen im Blick: „Für mich sind das Haufeld, das Gymnasium Alleestraße, die Rhein-Sieg-Halle und der Markt zusammenhängende Sachen, zumindest aus städtebaulicher Sicht.“

Die derzeitigen Pläne zur Erweiterung der Rhein-Sieg-Halle lassen den Baukörper mit einer neuen, großen Glasfassade näher an die Bachstraße rücken. „Es ist entscheidend, dass man nicht nur ein neues Gebäude an den Platz stellt.

Die Bachstraße soll zur Allee werden

Es braucht auch das entsprechende Umfeld“, betonte der Architekt die Notwendigkeit, auch den Verkehrsraum der Bachstraße sowie die angrenzenden Freiflächen in einem Masterplan zu integrieren. Im Stil der bereits heute vorhandenen, kubisch zugeschnittenen Bäume sowie unter Berücksichtigung des 70 Jahre alten Baumbestands des Gymnasiums Alleestraße soll die Bachstraße zur Allee werden. Dafür würde der Zaun der Schule auf die Grünanlagen zurückversetzt oder ganz entfernt. Ein Vorschlag, der im Vorfeld der Sitzung mit der Schulleitung bereits diskutiert und auch rechtlich als möglich bewertet worden sei, ergänzte Stadtbetriebe-Geschäftsführer André Kuchheuser.

Auf der anderen Seite der Bachstraße, am Vorplatz der Rhein-Sieg-Halle, sehen die Entwürfe ein großzügiges Amphitheater vor, das mit entsprechender Bestuhlung in der Mitte bis zu 500 Zuschauer vor einer Außen- oder Interimsbühne fassen könnte. Das Amphitheater solle auch der Schule sowie den Siegburger Vereinen als sogenannte „Gemeinbedarfseinrichtung“ zur Verfügung stehen.

Einrichtungen, von denen es in Siegburg derzeit noch wenige gebe, die aber beim Fördergeber des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) gerne gesehen werden, so Jürgen Becker (CDU). Schließlich sei es das Ziel, die Neugestaltung des städtebaulichen Umfelds der Rhein-Sieg-Halle in das ISEK zu integrieren und somit die für die Außenanlagen der Halle avisierten Umbaukosten von 1,01 Millionen Euro möglichst bis zu 60 Prozent fördern zu lassen.

Politiker haben noch Beratungsbedarf

Die Bachstraße selbst, laut Architekt Harmut de Corné heute eher „eine Autorennbahn“, lasse in den Umbauentwürfen mit einer Durchfahrtsbreite von 6,20 Metern alle Optionen der Verkehrsnutzung zu: den Begegnungsverkehr, eine Einbahnregelung und auch die Schließung für Kraftfahrzeuge.

Die Politiker, die die Entwürfe nicht vorab mit der Einladung zur Sitzung erhalten hatten, sondern erst in der Verwaltungsratssitzung zu sehen bekamen, kündigten Beratungsbedarf an. Man wollte die Auswirkungen der Verlagerung des Autoverkehrs auf die Wilhelmstraße genau geprüft wissen, aber auch die Auswirkungen auf den Busverkehr sowie die Aufstellflächen für Taxen. „Beim Thema Verkehr haben wir keinen Dissenz“, signalisierte André Kuchheuser mit Hinweis auf die temporäre Schließung der Bachstraße für die Umbauphase: „Wenn der Verkehr dann auf der Wilhelmstraße nicht mehr funktioniert, können wir auf die Bachstraße nicht verzichten.“

Um aus dem ersten Entwurf einen beratungsreifen Plan schmieden zu können, einigte sich der Verwaltungsrat einstimmig darauf, einen Umlaufbeschluss aufzustellen: Damit können die Fraktionen zeitnah der ersten Entwurfsplanung zustimmen, den Vorstand der Stadtbetriebe mit der weiteren Planung im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts beauftragen sowie die Beratung der ausgearbeiteten Ausführungsplanung im Planungsausschuss des Rates festlegen.