Bürgerliches Engagement: Ehrenämter in der Region sollen gestärkt werden

Bürgerliches Engagement : Ehrenämter in der Region sollen gestärkt werden

Diskussion über die Engagementstrategie für NRW mit Staatssekretärin Andrea Milz. Bürgerliches Engagement soll gestärkt werden.

Die Landesregierung möchte zusammen mit möglichst vielen Akteuren in NRW eine Strategie entwickeln, wie bürgerliches Engagement gestärkt und unterstützt werden kann. Mit einer Online-Beteiligungsmöglichkeit und bei einer Ehrenamts-Bustour zur Meinungsabfrage in allen 54 Kreisen und kreisfreien Städten des Landes sowie bei Regionalveranstaltungen können ehrenamtlich Tätige ihre Wünsche, Anregungen und Lösungsvorschläge einbringen. Am Samstag fand eine Regionalveranstaltung für den Regierungsbezirk Köln in Siegburg statt. Sie ist Teil der landesweiten Reihe von insgesamt fünf regionalen Veranstaltungen in den einzelnen Regierungsbezirken.

Rund 150 Ehrenamtler aus verschiedenen Bereichen sowie Vertreter von Organisationen und Verbänden, aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft trafen sich auf Einladung der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes NRW, Andrea Milz, in der Rhein-Sieg-Halle zur gemeinsamen Themensammlung. „Nur durch Mitwirkung aller Akteure und ihrer unterschiedlichen Perspektiven kann es gelingen, eine gute Engagementstrategie für unser Land zu entwickeln“, so Milz, die hofft, dass es bis zum nächsten Frühjahr zu einer Kabinettsentscheidung kommt.

Vorsicht vor Fallen im Ehrenamt

Nach ihren Angaben sind 35 Vertreter verschiedener Organisationen und Verbände aus dem gesamten Bundesland und aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsbereichen in die Prozesssteuerung eingebunden und werden von einer für diesen Zweck eingerichteten interministeriellen Arbeitsgruppe begleitet. Bei einem Begrüßungsgespräch unter der Moderation von Nadine Haßlöwer waren sich Andrea Milz, Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn, Landrat Sebastian Schuster sowie die Hauptdezernentin bei der Bezirksregierung Köln, Elisabeth Schneider, einig, dass etwas unternommen werden muss, um das Ehrenamt attraktiver zu machen und Nachwuchs zu generieren. Huhn sagte: „Ehrenamtler sind der Kitt der Gesellschaft, der alles zusammenhält.“ Die Runde forderte eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, vor allem die Abschaffung bürokratischer Hürden. Bei Themen wie Versicherung, Steuern, Satzung oder Datenschutzverordnung seien viele Vereine überfordert.

Um nicht in Fallen zu stolpern, „ist der Vorstand eines Vereins am besten Anwalt oder Steuerberater“, so Landrat Schuster, der konkrete Vorschläge dazu machte, wie man Anreize für das Ehrenamt schaffen könnte. Beispielsweise ehrenamtliche Tätigkeit auf die Rente anzurechnen oder Ehrenamtler beim Jobticket mit Arbeitnehmern gleichzustellen. Er sprach sich ferner für eine kreisweite Organisation der Vereine aus, weil dadurch mehr zu erreichen sei.

Dezernentin Schneider begrüßte diese „kommunale Bündelung“ von Interessen. Sie sieht einen „Mehrwert darin, wenn sich alle zusammenschließen“. Übereinstimmung herrschte ebenfalls darüber, „dass Ehrenamtler mehr gesellschaftliche Wertschätzung erfahren müssen“, wie Huhn forderte. Zur Gewinnung junger Ehrenamtler machte Schuster den Vorschlag, die Ausbildung im Rahmen eines dualen Systems um einen „sozialen Kompetenznachweis“ zu ergänzen, der durch eine ehrenamtliche Tätigkeit erlangt werden könne.