Stadtratsbeschluss in Siegburg: Drei statt sechs offene Sonntage in Siegburg

Stadtratsbeschluss in Siegburg : Drei statt sechs offene Sonntage in Siegburg

Drei verkaufsoffene Sonntage soll es 2019 in Siegburg geben. Der Siegburger Stadtrat hat die Ladenöffnung zum Antikmarkt am 28. April, zum Karnevalserwachen am 10. November und zum Mittelaltermarkt am ersten Advent 2019 genehmigt.

Nach Gesprächen am „Runden Tisch“ hat der Siegburger Verkehrsverein seinen Antrag für sechs verkaufsoffene Sonntage auf drei reduziert. Der Rat hat die Verordnungen für die Ladenöffnung zum Antikmarkt am 28. April 2019, zum Karnevalserwachen am 10. November und zum Mittelaltermarkt am ersten Advent 2019 in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen.

Die Werbegemeinschaft, die unter dem Motto „Siegburg erleben“ Handel und Gastronomie stärken möchte, hält grundsätzlich an ihrer Forderung fest, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage zu erhöhen. In der Antragsbegründung heißt es, nur etwa ein Drittel der Siegburger Innenstadt-Umsätze seien das Ergebnis der eigenen städtischen Nachfrage: „Zwei Drittel stammen von Menschen außerhalb der Stadt.“ Als Konkurrenz sehen die Geschäftsleute nicht nur den wachsenden Online-Handel, sondern auch die neuen Verkaufsflächen in der Nachbarschaft wie Maximiliancenter und Nordfeldbebauung am Bonner Hauptbahnhof, die Einkaufspassage in Troisdorf, den Modepark Röther in Lohmar und das Huma-Einkaufszentrum in Sankt Augustin. „Mit Ausnahme der Stadt Bonn, die durch die eigene Historie eine hohe Bedeutung pflegt, versuchen die um Siegburg liegenden Gemeinden, Umsatzvolumen aus Siegburg abzuziehen“, so der Verkehrsverein. Verkaufsoffene Sonntage und die damit verbundenen Events sollten Siegburg überregional sichtbar machen und Besucher von außen in die Kreisstadt ziehen.

Ursprünglich hatte die Werbegemeinschaft beantragt, auch zum Weinfest am 2. Juni 2019 sonntags die Geschäfte zu öffnen. Am 6. Oktober sollte der Siegburger Herbst als Bauernmarkt den passenden Rahmen geben sowie am 29. Dezember der „Wintersale“.

Verdi behält sich eine Klage vor

Widerstand gegen diese Vorschläge kam von verschiedenen Kirchengemeinden, die den Rat aufforderten, den bisherigen Kompromiss von maximal drei offenen Sonntagen nicht aufzugeben. Die Verwaltung bezweifelte, dass jede der sechs vorgeschlagenen Veranstaltungen genug Gewicht gehabt hätte, um im Zweifel einer gerichtlichen Überprüfung standzuhalten. Andere wie den überregional erfolgreichen Mittelaltermarkt zur Weihnachtszeit hielt sie hingegen für unbedenklich. „Ebenso wird der Antikmarkt mit seiner hochwertigen antiken Produktpalette wie in den vergangenen Jahren stets interessiertes Publikum überregional anziehen“, so die Verwaltung. Schon beim Karnevalserwachen fürchtet die Stadt, dass der Sonntagsverkauf von der Gewerkschaft Verdi gestoppt werden könnte.

Laut Verdi und Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) reicht die vom Verkehrsverein angeführte Konkurrenz durch den Online-Handel nicht für eine Ausnahmegenehmigung aus. „Der im Antrag genannte Zuwachs im Bereich Online-Handel wird durch den stationären Handel mitverursacht“, heißt es in einer Stellungnahme zu den Sonntagsöffnungen 2019. Warenhäuser, Elektronikfachmärkte und Modeketten nutzen den Online-Vertriebsweg selbst intensiv. Die Gewerkschaften werfen der Politik vor, die Konkurrenzsituation zu benachbarten Kommunen durch die Ausweitungen von Einzelhandelsflächen zu fördern. Verdi behält sich eine Klage gegen die verkaufsoffenen Sonntage vor.

An diesem Samstag findet sowohl in der Siegburger Innenstadt als auch im Huma-Einkaufszentrum in Sankt Augustin eine lange Einkaufsnacht statt, bei der die Geschäfte bis 23 Uhr geöffnet sind.

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