Tag des Hundes: Drei, auf die Verlass ist

Tag des Hundes : Drei, auf die Verlass ist

Am Sonntag war "Tag des Hundes". Aus diesem Anlass stellt der GA drei Hunde aus der Region vor: einen ausgebildeten Epileptiker-Begleithund, einen Mantrailer, der auf das Aufspüren von Menschen trainiert ist und einen Hund, der ein trauriges Schicksal hat: als „Sorgenkind“ des Troisdorfer Tierheims.

Der achtjährige Rüde Ben ist auf den ersten Blick ein Hund wie jeder andere. Er spielt gerne, ruht sich auf seinem Lieblingssessel aus und apportiert Stöckchen. Aber Ben kann noch mehr. Er wurde als Epilepsie-Begleithund von der Meckenheimer Hundetrainerin Manuela van Schewick ausgebildet und ist ständiger Begleiter von Elisabeth Hofmann, die seit ihrem vierten Lebensjahr an epileptischen Anfällen leidet. Mit Ben fühlt sie sich sicherer - und das kann sie auch. Denn im vergangenen Jahr war Ben ihr Lebensretter.

„Ich hatte einen epileptischen Anfall an der S-Bahn-Haltestelle Sankt Augustin Kloster“, erzählt Hofmann. Ben wich mit dem nahenden Anfall nicht von ihrer Seite, habe wohl auch noch versucht, sie von den Gleisen wegzudrängen, aber das sei ihm nicht gelungen, so die Schilderungen der Passanten. Elisabeth Hofmann bekam den Anfall und stürzte auf die Gleise, die zwei Minuten später von einem herannahenden Zug befahren werden sollten. Ben bellte, so wie er es gelernt hatte, laut und ohne aufzuhören, bis sich die ersten Passanten um ihn kümmerten und die Frau, die dort auf den Gleisen lag, entdeckten und in Sicherheit brachten.

Die Bilanz des Zwischenfalls waren „nur“ eine Platzwunde und zwei kaputte Wirbel, kann Hofmann heute sagen. „Ben war mein Glück“, denn ohne ihn hätte sie der Zug wohl überrollt. „Das hätte ich nicht überlebt.“ Die 55-Jährige hat trotz ihrer Krankheit versucht, am Leben teilzuhaben, so weit das möglich war. Sie machte ihr Abitur, studierte und ritt sogar Turniere. Auf die Idee, sich einen Begleithund anzuschaffen, kam sie, als sie vor einigen Jahren von dieser Möglichkeit in der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“, erfuhr. Seitdem ist ihr Lebensretter Ben immer an ihrer Seite und auch in den meisten Supermärkten, wo man den Hund anfangs wieder auf die Straße schickte, darf sie Ben inzwischen mitnehmen.

Trifft man auf die Jack-Russel-Mix-Hündin Motte, ist sie erst einmal ein ganz normaler, quirliger kleiner Hund. Geballte Lebensfreude auf vier Pfoten. Aber die Hündin kann auch anders. Sie ist eine sogenannte Mantrailerin. Ihre Aufgabe ist es, anhand eines Geruchsartikels, wie beispielsweise einer Socke, der Spur eines Menschen zu folgen und ihn zu finden. Dabei muss sie bei ihrer Suche verschiedene Gerüche voneinander unterscheiden und die richtige herausfiltern. Eine Aufgabe, die volle Konzentration verlangt. Mit ihrer Teampartnerin und Halterin Meryem Sucker geht die Hündin seit drei Jahren auf Menschensuche. „Wir haben es vorher mit Agility und klassischer Nasen- und Fährtenarbeit versucht, aber weder Motte noch mir hat das richtig Spaß gemacht, das Herzblut fehlte“, so Mottes Halterin.

Dann kamen die beiden zum Mantrailing und „damit kamen die Freude und der Spaß an der Arbeit“, ergänzt sie. Seitdem sind die beiden aktive Mitglieder des K9 Suchhundezentrums Rheinland. Ein Ereignis ist der Hundeführerin besonders im Gedächtnis geblieben: Bei einem Training verlief die Spur der „vermissten Person“ durch eine Halle, in der gerade die Funkenmariechen einer Karnevalsgesellschaft probten. „Motte war erst einmal völlig außer sich vor Freude, so viele Menschen dort zu entdecken und musste erst einmal jeden begrüßen, vor allem aber die Gerüche sortieren. Die Person hätte sich ja dort unter die Anwesenden mischen können. Nachdem sie jeden dort untersucht hatte, nahm sie die ursprüngliche Spur wieder auf und fand sicher ihr Ziel“, erinnert sich Meryem Sucker.

Das Ende einer jeden Spur, des Trails, bedeutet für beide immer eine Menge Endorphine, gerade nach so aufregenden Situationen. Das Mantrailing bedeutet für beide aber nicht nur Spaß, sondern hat auch die Beziehung zwischen Motte und Meryem verändert: „Das Vertrauen zwischen uns ist durch das Zusammenspiel tiefer geworden. Wir sind immer als Team unterwegs.“

"Cesar ist ein ganz lieber Schatz und auf beiden Augen blind“, lautet die aktuelle Beschreibung eines „Sorgenkindes“ im Troisdorfer Tierheim. Der achtjährige Mischling ist zwar erst im März im Tierheim eingezogen. Dennoch haben seine Betreuer wie Bianca Jurisch große Angst, dass er zum Langzeitbewohner werden könnte. Nicht nur seine Blindheit macht ihn zum schwerer vermittelbaren Hund, auch die Konsequenz daraus lässt möglicherweise potenzielle neue Eigentümer zurückschrecken.

Cesar schnappt schon mal in die Richtung, aus der eine vermeintliche Gefahr droht. Das ist dann der Fall, wenn plötzliche Bewegungen in unmittelbarer Nähe oder Berührungen ohne Vorwarnung ihn erschrecken. Deshalb ist es wichtig, dass man Cesar anspricht, bevor man ihn berührt oder anleint, lautet das einfache Rezept gegen seine Ängste. Der wunderschöne Mix ist voller Lebensfreude. Er braucht einfach mehr Platz, als dies in den kleinen, veralteten Zwingern im Troisdorfer Tierheim möglich ist. Auch bei Engpässen wie schmalen Durchgängen oder Hindernissen benötigt Cesar eine kleine Leithilfe. Grundsätzlich findet sich der blinde Hund jedoch recht schnell und gut mit Nase und Ohren auch in neuer Umgebung zurecht.