Kommentar : Die Tonne

Grün, gelb, schwarz und braun: Von dieser Farbvielfalt des Mülltonnenquartetts sind augenscheinlich mehr Mitmenschen in der Region überfordert als gedacht.

Kontinuierliche Aufklärungsarbeit bereits seit Jahrzehnten und ja sogar schon im Kindergartenalter fruchten ganz offensichtlich nicht. Aber brauchen wir jetzt im Jahr 2016 tatsächlich eine Müllpolizei, die für Trennung, Umweltschutz und Gerechtigkeit bei den Entsorgungsentgelten kämpft? Oder ist das nur ein Luxusproblem für Idealisten? Es ist ein Gesellschaftsproblem: Denn mit einem „Versehen“ ist die bunte Plastik-Vielfalt, die im Kompostwerk strandet, längst nicht mehr zu erklären.

Nicht der Folienrest am Gurkenstumpf oder das Gummiband am Ananasschopf fallen auf, sondern die Berge an Plastik- und Hausmüll. Sie sind gewissermaßen Symptome der Gleichgültigkeit und Dreistigkeit in der Kategorie „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Aber wenn Biomüll nicht mehr „bio“ ist, wenn wertvolle Rohstoffe nach aufwendiger Sammlung, Verarbeitung und Kompostierung nur noch teurer Sondermüll für die noch teurere Müllverbrennung sind, schadet das nicht nur der Umwelt: Die unnötig teure Zeche für das erschreckend auffällige Fehlverhalten dieser „Müllsünder“ zahlen alle. Der Duden kennt für derart „gesellschaftsschädliches, verwahrlostes“ Handeln nur ein Wort – asozial.

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