Kommentar zu den Pendlerströmen: Die Ströme verlagern sich

Kommentar zu den Pendlerströmen : Die Ströme verlagern sich

Bonn hat jetzt schon eine hohe Dichte an Arbeitsplätzen, Raum für Gewerbeentwicklung ist kaum noch vorhanden. Insofern werden sich Arbeitsplätze ins Umland und damit auch die Pendlerströme verlagern.

Die Oberzentren haben die Arbeitsplätze, und im Umland gruppieren sich die Schlafgemeinden: Die neueste Pendlerstatistik von IT.NRW zeigt, dass diese klassische Aufteilung im Köln/Bonner Raum in weiten Teilen seine Gültigkeit hat. Die Frage ist nur: Wie lange noch? Bonn hat jetzt schon eine hohe Dichte an Arbeitsplätzen, Raum für Gewerbeentwicklung ist kaum noch vorhanden. Insofern werden sich Arbeitsplätze ins Umland und damit auch die Pendlerströme verlagern.

Auf die Schnelle wird sich das freilich nicht in der Statistik niederschlagen. Aber es gibt Tendenzen, die auf eine Aufweichung der althergebrachten Aufteilung zwischen Zentren und ländlichen Kommunen hinauslaufen. Dazu gehört die gemeinsame Gewerbeflächenpolitik zwischen Bonn und einigen Kreis-Kommunen, die noch Flächen anzubieten haben – insbesondere im linksrheinischen Kreisgebiet. Aber auch im Rechtsrheinischen tut sich etwas: in der „Schlafstadt“ Niederkassel etwa. Dort sind ein Containerterminal und ein neues Industriegebiet am Rhein geplant. Das schafft Arbeitsplätze. Und: Gut möglich, dass in Folge neuer Gewerbegebiete auch die Nachfrage nach Wohnraum anzieht. Eine Nachfrage, die dann auch wieder im Kreis befriedigt werden muss, weil es in Städten wie Bonn kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt.

Insofern könnte sich auf Dauer einiges verschieben. Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis insgesamt eine Pendlerregion bleiben.