Kreis probt das neue Alarmsystem: Die Sirenen heulen, und Nina warnt

Kreis probt das neue Alarmsystem : Die Sirenen heulen, und Nina warnt

Mit einem kreisweiten Probealarm testet die Leitstelle am Samstag ihr Warnsystem. Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg kann sich mit roten Knopf ins Radioprogramm schalten.

Neben der verschlossenen Kassette liegt ein roter Ordner. Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg holt daraus einen Schlüssel hervor und öffnet die graue Box. Zu sehen sind drei Knöpfe. Er drückt auf den linken mit der Aufschrift Anwahl. Alle Knöpfe leuchten auf – auch der große, rote Knopf in der Mitte, der mit einer extra Schutzkappe versehen ist. „On Air“ steht darauf. „Die Leitung steht. Wir könnten jetzt über das Headset eine Gefahrenmeldung über Radio Bonn/Rhein-Sieg ausgeben“, sagt Engstenberg. Zwei Mal im Jahr überprüft die Kreisleitstelle ihre Warnsirenen. So auch am Samstag, 1. Oktober.

Zwischen 12 und 12.30 Uhr lassen kreisweit rund 300 Sirenen den auf- und abschwellenden unterbrochenen Heulton hören. Er ist das Signal zur Warnung der Bevölkerung. Der Kreis testet aber nicht nur die Sirenen, sondern auch die Radio-Direkt-Durchsagemöglichkeit und damit zum ersten Mal auch die neue Warn-App Nina. „Es ist ein örtlicher, direkter Weg, um die Bürger zu informieren“, erklärt Engstenberg die Möglichkeit, direkt von der Leitstelle in Siegburg aus das Programm des Lokalradios zu unterbrechen. So könne sie die Bevölkerung in Ernstfällen schnell über mögliche oder konkrete Gefahren informieren. Neben diesem Vorgehen gibt es noch weitere Mittel. Wer sich die kostenlose Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Nina auf sein Smartphone geladen hat, bekommt Gefahrenwarnungen per Direktbenachrichtigung auf sein Handy geschickt. So war es zum Beispiel auch beim Großbrand in Troisdorf vor einigen Wochen.

Wenn in Ernstfällen also das Handy bimmelt, müssten gleichzeitig auch schon Sirenen zu hören sein. Nicht der normale Feueralarm, sondern das Signal zur Warnung der Bevölkerung. Denn Nina ist grundsätzlich mit diesem Signal gekoppelt – und das wird am Samstag geprobt. „Man muss das klar abgrenzen. Wir wollen mit Nina nicht informieren, sondern warnen, wenn eine mögliche oder konkrete Gefahr besteht“, so der Kreisbrandmeister. „Für die einzelnen Szenarien haben wir vorgefertigte Texte“, sagt er.

Am Samstag werden jedoch nur Testsätze zu hören und zu lesen sein. Alle, die kein Smartphone besitzen, können die Nina-Texte auch am Computer unter www.warnung.bund.de sehen. „Ich denke nicht, dass wir mit der App eine Bevölkerungsgruppe ausschließen. Vielmehr sehen wir Nina und Social Media allgemein als Erweiterung an“, so Engstenberg. Auf die Frage, ob Sirenen durch den technischen Fortschritt überflüssig werden, antwortet er: „Nein, Sirenen haben weiterhin ihre Berechtigung als Weckruf der Bevölkerung.“ Sie seien Hinweise, das Radio einzuschalten oder die Aufmerksamkeit nach draußen zu lenken und nach Gefahren in der Umgebung zu suchen. Gleichzeitig solle aber auch die Selbsthilfefähigkeit beachtet werden. Heißt: geschlossene Räume aufsuchen, Fenster schließen, Nachbarn unterrichten und auf eventuelle Lautsprecherdurchsagen von Feuerwehr oder Polizei achten.

Am Samstag wird ab 12 Uhr im Rhein-Sieg-Kreis und in anderen Großstädten und Kreisen, auch in Bonn und Köln, das Sirenensignal „Warnung“ ertönen. Zudem wird in Siegburg, Swisttal, Troisdorf, Wachtberg und Windeck ab 12.30 Uhr die monatliche Probe des Feueralarms stattfinden.

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