Älteste Franziskanerkirche nördlich der Alpen: Die Sanierung der Seligenthaler Kirche verzögert sich

Älteste Franziskanerkirche nördlich der Alpen : Die Sanierung der Seligenthaler Kirche verzögert sich

Das Pfarrhaus der früheren Klosterkirche in dem Siegburger Ortsteil erhält zunächst ein neues Dach. Im Dezember sollen dort zwei Ordensschwestern einziehen. Sie bringen wieder geistliches Leben in das Tal.

Nach fünf Jahren ist die Kreuzigungsgruppe vor Sankt Antonius im Siegburger Stadtteil Seligenthal wieder ausgepackt – und die stark beschädigte Christusfigur ist, wie berichtet, zur Restaurierung nach Köln umgezogen. Nachdem das Kältehaus abgebaut ist, muss in absehbarer Zeit eine andere Stelle der ehemaligen Klosterkirche verpackt werden. Das Dach des früheren Pfarrhauses ist so marode, dass es durch ein neues ersetzt werden muss, erklärte der von der Pfarrgemeinde Sankt Servatius beauftragte Architekt Max Ernst. Durch die aufwendigen Arbeiten am Pfarrhaus verzögert sich die geplante Kirchensanierung.

Vor allem Feuchtigkeit hat der Mitte des 13. Jahrhunderts erbauten Kirche Sankt Antonius zugesetzt. So stark, dass eine umfassende Sanierung unumgänglich ist. Bereits Ende Februar hat die Pfarrgemeinde ihr Gotteshaus in Seligenthal, wie berichtet, für die anstehenden Arbeiten geschlossen. „Die Voruntersuchungen sind abgeschlossen“, sagt Stadtarchivarin Andrea Korte-Böger. Beim Rundgang durch Sankt Antonius zeigt sie Stellen, an denen die Fachleute Farbfassung und Putzauftrag näher untersucht haben. „Es gibt eine Sanierung von innen und außen“, sagt Architekt Max Ernst. Unter anderem müssten die Dachabdeckung, der Putz und Elektroinstallationen erneuert werden.

Schwere Schäden auf dem Dach

Zum Kostenrahmen vermochte Korte-Böger nichts zu sagen. Fördermittel seien beantragt. Die Arbeiten in der früheren Klosterkirche können indes erst beginnen, wenn die Sanierung des Pfarrhauses abgeschlossen ist. Das richtet die Pfarrgemeinde für zwei Karmelitinnen her, die in Seligenthal wieder geistliches Leben gestalten wollen. „Das Dach hat sehr schwere Schäden“, hat Max Ernst während der Arbeiten festgestellt. Daher muss es entfernt und inklusive Dachstuhl und Obergeschossdecke erneuert werden. Damit während der Arbeiten kein Regen eindringen kann, wird das gesamte Gebäude mit einem sogenannten Wetterschutzdach überbaut. Im Dezember soll die Sanierung des Pfarrhauses abgeschlossen sein und die beiden Ordensschwestern sollen einziehen. „Danach beginnen dann im zweiten Schritt die Arbeiten in der Kirche“, so die Stadtarchivarin.

Das zwischen 1231 und 1250 erbaute Gotteshaus gilt als älteste noch erhaltene Franziskanerkirche nördlich der Alpen. Gräfin Mechthild von Sayn, Herrin zu Blankenberg, hatte das Franziskanerkloster gegründet. Trotz eines Brandes 1647 ist die Kirche in ihrer Gestalt bis heute unverändert. Im Zuge der Säkularisierung wurde das Minoritenkloster 1803 aufgelöst. Seit 1854 ist Sankt Antonius dank einer Stiftung eine Siegburger Pfarrkirche. Zuletzt wurde sie 1963 umfassend saniert.

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