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ÖPNV noch umweltfreundlicher: Die RSVG will 60 Hybridbusse anschaffen

ÖPNV noch umweltfreundlicher : Die RSVG will 60 Hybridbusse anschaffen

Ihre Strategie für sauberen Nahverkehr hat die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft vorgestellt . Langfristiges Ziel ist die Elektrifizierung.

Das Ziel war schon seit längerer Zeit gesetzt: Die Busse der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG), die vornehmlich im rechtsrheinischen Kreisgebiet unterwegs sind, sollen umweltfreundlicher werden. Bisher unklar war allerdings, wie das geschehen soll. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Aufsichtsrat der kreiseigenen Gesellschaft nun auf eine Strategie geeinigt. In vier Schritten möchte die RSVG ihre Flotte bis 2021 zunächst vollständig auf modernere Dieseltechnologie und langfristig auf rein batteriegetriebene Busse umstellen.

„Als erstes wollen wir 29 Busse, die jetzt noch mit Dieselmotoren der Euro-5-Norm fahren, auf Euro-6 verbessern“, erklärte Marcus Kitz, Aufsichtsratsvorsitzender der RSVG auf GA-Anfrage. Der Startschuss solle nach Möglichkeit noch in diesem Jahr erfolgen. In einem zweiten Schritt plant die RSVG für die Jahre 2019 und 2020 die Anschaffung von insgesamt 60 diesel-elektrisch-betriebenen Hybridbussen, darunter 27 „normale“ zwölf-Meter-Busse und 33 18-Meter-Gelenkbusse. Damit würde die Gesellschaft die Zahl der jährlichen Ankäufe von Neufahrzeugen in den kommenden zwei Jahren verdoppeln.

Einerseits soll auf diese Weise der umweltfreundlichere Umbau der Flotte beschleunigt werden, andererseits „haben wir in den nächsten Jahren einen kräftigen Leistungszuwachs zu erwarten“, erklärte RSVG-Geschäftsführer Michael Reinhard. Auf den Kreis würden damit bei der Neuanschaffung der Fahrzeuge Mehrkosten in Höhe von 5,7 Millionen Euro im Vergleich zu reinen Dieselbussen zukommen. Auf der anderen Seite reduzierten sich aufgrund des geringen Dieselverbrauchs aber die Ausgaben für Treibstoff. Eine Fördermöglichkeit durch Bund gibt es derzeit nicht.

Umstieg auf E-Busse

Mit Hilfe der Elektroenergie startet der Hybridbus, später übernimmt dann der Dieselmotor. Energie, die beim Bremsen freigesetzt wird, fließt zurück in die Batterie. Mit ihrem Plan hält die RSVG damit auch in den kommenden Jahren an konventioneller, wenn auch deutlich effizienterer Dieseltechnik fest – im Gegensatz zum Regionalverkehr Köln (RVK), der anderen kreiseigenen Verkehrsgesellschaft. Sie hatte bereits Ende 2017 beschlossen, künftig emissionsfreie Busse mit Brennstofftechnik anzuschaffen. „Völlig emissionsfreie Technik gibt es noch nicht“, so Kitz. Auch zur Herstellung alternativer Antriebsstoffe entstehe etwa klimaschädliches Kohlendioxid und das bleibe vorerst so, „solange der Anteil erneurerbarer Energie im Strommix nicht höher ist“. Das allerdings könnte sich in Zukunft ändern.

In einem dritten Schritt schafft die RSVG die Voraussetzung für einen Umstieg auf E-Busse. „Wir gehen davon aus, dass die Fahrzeuge, die wir jetzt beschaffen, die letzten mit Verbrennungsmotor sind“, so Kitz. Die RSVG-Betriebshöfe in Hennef und Sieglar sollen bereits bis 2021 mit Ladestationen ausgestattet werden. Außerdem sollen zunächst – vornehmlich zu Lernzwecken – sechs E-Busse angeschafft werden.

Der Zeitpunkt ist günstig: Das Land NRW fördert den Umbau der Infrastruktur zu 90 Prozent. Dennoch will die RSVG noch nicht voll auf E-Busse setzen. „In der Praxis zeigt sich, dass aktuelle Modelle hohe Ausfallzeiten aufgrund technischer Probleme haben“, sagte Volker Otto, zweiter RSVG-Geschäftsführer. Zudem erlauben heutige Batterien noch nicht die Reichweiten, die die Busse im Einsatzgebiet der RSVG benötigten. Bis sie diese Anforderungen erfüllen, soll der Hybridantrieb als umweltschonendere Brückentechnologie dienen.

Busmotoren der Euro-6-Abgasnorm stoßen nur noch rund ein Viertel der giftigen Stickoxide (NOx) in die Luft. Bei Hybridbussen reduziere sich dieser Wert zusätzlich. Beim CO2-Ausstoß könnten diesel-elektisch betriebene Fahrzeuge bis zu 30 Prozent einsparen.