Siegburger Museumsjubiläum: Die Kunst feiert sich selbst

Siegburger Museumsjubiläum : Die Kunst feiert sich selbst

Mit einem Festakt haben rund 130 geladene Gäste, Freunde, Förderer und Sponsoren gestern Abend das 25-jährige Bestehen des Stadtmuseums gefeiert.

Bürgermeister Franz Huhn erinnerte in seiner Rede daran, wie schwer es gewesen sei, sich gegen alle Spötter und Kritiker durchzusetzen und aus dem maroden Gebäude "Siegburgs gute Stube" zu machen, wie er das Geburtshaus Engelbert Humperdincks stets nennt. Er dankte dem Architekten, Hartmut de Corné, für dessen "visionäre Kraft".

Bei der Eröffnung "staunten die Spötter über ein Museum, das anders daher kam als gewohnt und als erwartet", so Huhn. Seit 25 Jahre sei es ein Haus der "Begegnung und Verbindung", nämlich "von Historie, Gegenwart und Zukunft". Außerdem "die Bühne der Stadt" für unterschiedlichste Veranstaltungen.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 1990 hat sich das Stadtmuseum zum Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Siegburg entwickelt. Das Konzept des Hauses ist es laut Eigenbeschreibung, "die Geschichte der Stadt Siegburg immer wieder mit zeitgenössischen Kunstwerken zu ergänzen, zu unterbrechen und zu erweitern".

So waren bereits Werke von Mark Tobey, Pablo Picasso oder Marc Chagall in Siegburg zu sehen. Im vergangenen Jahr, als die Kreisstadt ihren 950. Geburtstag feierte, zeigten unter anderem Harald Naegeli und Armin Mueller-Stahl ihre Arbeiten im Stadtmuseum. Im selben Jahr wurde im Zuge der Neugestaltung der angrenzenden Bibliothek eine Öffnung vorgenommen, so dass beide Gebäude nun eine durchgängige Einheit bilden. Die soll sich auch im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-Jährigen bewähren, wenn Musikschule und Stadtbücherei "Musik auf allen Ebenen" und einen Bücherflohmarkt bieten.

Im Mittelpunkt der Feier am Internationalen Museumstag am morgigen Sonntag steht aber vor allem die Ausstellung "Retrospektive - 25 Jahre Kunst im Stadtmuseum", die aktuelle Werke von Künstlern zeigt, die seit der Eröffnung 1990 im Museum vertreten waren. 126 der rund 200 Künstler, die Museumsleiterin Gundula Caspary angeschrieben hatte, hatten bis zuletzt ihre Teilnahme zugesagt. Andere sagten ab, weil sie mit dem vorgeschriebenen DIN A 4-Format und vor allem damit, dass die Werke kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollten, nicht einverstanden waren.

Über den Tag verteilt finden außerdem mehrere Kompaktführungen in den unterschiedlichen Abteilungen des Museums statt, die sich unter anderem mit der Siegburger Keramik und der Industriegeschichte beschäftigen. Die Mitglieder von "HisTOURical Bonn" flanieren als historische und fiktive Figuren durch die Dauerausstellung und beantworten Fragen. Auch eine historische Modenschau wird es geben. Die Kinderkunstschule bietet einen Workshop an, und Teilnehmer des Akt- und Porträtmalkurses Christine Ludwigs porträtieren Museumsbesucher.

Die Ausstellung "Restrospektive - 25 Jahre Kunst im Stadtmuseum" wird am Sonntag, 17. Mai, um 10.30 Uhr eröffnet. Den ganzen Tag über gibt es besondere Führungen und Aktionen.