Einbruchstatistik der Polizei Siegburg: Die Bürger sind wachsamer

Einbruchstatistik der Polizei Siegburg : Die Bürger sind wachsamer

Die Kreispolizeibehörde verzeichnet stetig weniger Wohnungseinbrüche in den vergangenen Jahren. Auch 2016 zeichnet sich ein weiterer Rückgang ab.

Dunkle Zeit gleich Einbruchszeit. So lässt sich kurz und knapp ein Problem beschreiben, mit dem es die Polizei Jahr für Jahr ab dem Herbst zu tun hat, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden. Allerdings kann sie seit 2014 deutliche Erfolge bei der Bekämpfung des Delikts aufweisen. Bearbeitete die Kreispolizeibehörde 2014 noch 1276 vollendete und versuchte Wohnungseinbrüche, waren es 2015 mit 1107 schon weniger und für 2016 zeichnet sich ein weiterer Rückgang ab, wie Kriminaldirektor Ralf Dittrich anlässlich der landesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Riegel vor! Sicher ist sicherer!“, an der sich auch seine Behörde wieder beteiligt, berichtete.

Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2016 wurden 641 Fälle registriert, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 813. „Damit nehmen die Einbrüche bei uns stetig ab, während sie im Land ansteigen“, erklärte Dittrich. Erfreulich sei, dass die Zahl der abgebrochenen Einbruchsversuche ständig steige. Das beruhe zum Teil darauf, „dass die Bevölkerung wachsamer geworden ist und technische Vorkehrungen trifft“, so der Kriminaldirektor. Belegen lasse sich das auch anhand der sogenannten verdächtigen Wahrnehmungen, die aufmerksame Bürger meldeten. Bis zum 30. September gingen 4525 solcher Meldungen bei der Polizei ein, in den ersten drei Quartalen 2015 waren es 4331 Anrufe.

Welchen Stellenwert die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche hat, verdeutlichte der Abteilungsleiter der Polizei, der Leitende Polizeidirektor Günter Brodeßer. Der Rückgang der Delikte und die positive Entwicklung bedeute nicht, die Intensive Bekämpfung als „Behördenschwerpunkt“ zu vernachlässigen.

Im Gegenteil: „Die gesamte Behörde ist eingebunden, von den Ermittlern über die Streifenwagen und die Direktion Verkehr bis zum Leitungsstab“, so Brodeßer, nach dessen Angaben alle Abteilungen neben den ohnehin anfallenden Tätigkeiten fünf Prozent der Jahresarbeitszeit in die Prävention und Aufklärung von Wohnungseinbrüchen investieren. Diese Straftaten „dringen in die Seele der Menschen, weil der Bereich betroffen ist, in dem sie sich geschützt fühlen und sich zurückziehen“, berichtete er aus Erfahrung. Selbst Polizeibeamte, die persönlich von Wohnungseinbrüchen betroffen seien, mache diese Verletzung ihrer Intimsphäre zu schaffen.

Neuer Koordinator bei der Polizei

Um noch wirkungsvoller handeln zu können, wurde mit Kriminaloberkommissar Martin Heister zum 1. September ein Koordinator ausschließlich zur Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen eingesetzt, bei dem alle Informationen gebündelt und ausgewertet, Maßnahmen organisiert und koordiniert werden. Heister stellte unter anderem ein Programm vor, auf das alle Polizeibehörden in NRW Zugriff haben. Es ermöglicht auf Basis eingehender verdächtiger Wahrnehmungen eine Lagedarstellung, die allen Kollegen wichtige Informationen für ihre tägliche Arbeit liefert. Heister appellierte in diesem Zusammenhang an die Bürger, Verdächtiges zu melden. Und Brodeßer betonte: „Wir brauchen die Mithilfe der Bürger.“

Die beste Prävention sei, Täter auf frischer Tat zu erwischen, und daher solle man sich nicht scheuen, die Polizei unter 110 über fremde oder auffällige Personen und Fahrzeuge zu informieren. Pressesprecher Burkhard Rick wies darauf hin, dass entgegen der Meinung vieler Menschen nicht in der Nacht, sondern vor allem tagsüber bis in den frühen Abend Wohnungseinbrüche begangen werden. Dann, wenn die Hausbewohner zum Beispiel auf der Arbeit seien, in der Schule oder beim Einkaufen. Nachbarn sollten ein wachsames Auge in ihrem Bezirk haben.