Poetry Slam im Siegburger Museumscafé: Dichtkunst ohne zeitliche Begrenzung

Poetry Slam im Siegburger Museumscafé : Dichtkunst ohne zeitliche Begrenzung

In ungezwungener Atmosphäre, ohne Zeitbegrenzung und ohne Wettbewerbscharakter konnten Poetry Slammer aus der Region am Samstagabend im Museumscafé (MuCa) im Siegburger Stadtmuseum einige ihrer Texte vortragen.

„Slam Poetry hat zwar den Charakter von Poetry Slam, verläuft aber um einiges ungezwungener und freier“, sagte mario el toro, selbst Poetry Slammer und Initiator des Abends. Dabei werde nämlich kein Sieger gekürt, und es gebe auch keine strenge Zeitvorgabe. Bei den Wettbewerben kämen einige Teilnehmer mehrere hundert Kilometer gefahren, nur um dann in der ersten Runde auszuscheiden. „Hier geht es wirklich nur darum, Spaß zu haben und Texte und Vortragsweisen auszuprobieren.“

So nutzte unter anderem Ella Anschein die Chance einen Text vorzutragen, den sie erst am Vormittag geschrieben hatte. In ihrem Werk „Gangster-Rapper-Oma“ erzählte die 20-Jährige dem Publikum von ihrem Plan, im hohen Alter eine Karriere als Gangster Rapper einzuschlagen. Dabei bezog sie die Zuhörer immer wieder in ihren Auftritt mit ein und brachte das Publikum gleich mehrmals zum Lachen.

Ein wenig andächtiger ging es bei den Auftritten von Elena Ratzlaff – der „Melancholie in Person“, wie ihre Freunde sie nennen – zu. Als sie in „Fernweh“ davon sprach, in der falschen Zeit geboren zu sein und sich mit der Musik der vergangenen Jahrzehnte zu identifizieren, wurde es im gut gefüllten Museumscafé plötzlich ganz still. Nicht nur die Texte, sondern auch die einzigartige Stimme der 25-Jährigen sorgten für eine wehmütige Stimmung.

Bizarr und amüsant wurde es allerdings dann wieder, als Florian Kalff die Geschichte des Bonner Multimillionärs Paul Spinat erzählte, der sowohl Schloss Drachenburg in Königswinter als auch die Marienburg bei Remagen gekauft und völlig renoviert hat. So erzählte er eine wahre Geschichte aus der Region verbunden mit viel Charme und Wortwitz.

Die bunte Runde ergänzte mario el toro, der mit nachdenklichen, lustigen und romantischen Texten den Abend abrundete. Die Texte und die Stimmen der vier Wortakrobaten boten etwas für jeden Geschmack, und das Publikum spendete am Ende begeistert Applaus.

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