Kommentar zu Lead City Bonn: Der Preis als Schlüssel

Kommentar zu Lead City Bonn : Der Preis als Schlüssel

Wer dauerhaft vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen soll, der braucht nicht nur eine bessere Anbindung nach Bonn. Auch innerhalb des Rhein-Sieg-Kreises ist im Streckennetz noch Luft nach oben. Dass das 365-Euro-Schnupperticket für mehr Luftreinheit nur an Bonner verkauft wird, ist Unsinn, meint Bettina Köhl.

Was ist ein „praktikabel nutzbares Grundangebot“ für die Nutzer von Bus und Bahn? Wer am Bonner Hauptbahnhof umsteigen muss, für den können schon 30 Minuten Wartezeit am späten Abend sehr lang werden, von 60 Minuten ganz zu schweigen. Bis Ende 2020 sollen auch im Rhein-Sieg-Kreis zahlreiche Verbesserungen getestet werden, um die Nutzerzahlen des öffentlichen Nahverkehrs zu steigern.

Ein Schlüssel soll der Takt sein. Für viele Pendler sind hier tatsächlich Verbesserungen in Sicht. Doch wer dauerhaft vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen soll, der braucht nicht nur eine bessere Anbindung nach Bonn. Auch innerhalb des Rhein-Sieg-Kreises ist im Streckennetz noch Luft nach oben. Ein Beispiel: Mit der Linie 66 ist man von Königswinter nach Siegburg 60 Minuten in einer großen Schleife über Bonn unterwegs, mit dem Auto – wenn es gut läuft – 20 Minuten. Eine Zugverbindung gibt es nur mit Umsteigen in Troisdorf – unter 32 Minuten nicht zu schaffen.

Auch der Preis ist für viele ein Argument: Für ein Einzelticket der Preisstufe 4 (zum Beispiel Königswinter-Köln) werden 8,20 Euro fällig. Dafür kann man einen ganzen Tag durch den Großraum Berlin fahren. Ein Tagesticket würde hier 19,20 Euro kosten. Man kann sich Metropolregion nennen – die enge Verbindung zwischen den Kreisen Rhein-Sieg und Ahrweiler, Bonn und Köln muss sich endlich auch in der Tarifstruktur widerspiegeln. Dass das 365-Euro-Schnupperticket für mehr Luftreinheit nur an Bonner verkauft wird, ist ohnehin Unsinn.

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