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Reise zur Partnergemeinde nach Namibia: Der Gottesdienst kann auch vier Stunden dauern

Reise zur Partnergemeinde nach Namibia : Der Gottesdienst kann auch vier Stunden dauern

Unzählige Erfahrungen und übertroffene Erwartungen haben die Teilnehmer bei ihrem dreiwöchigen Aufenthalt in Namibia in den Sommerferien gemacht. Acht junge Männer und Frauen nahmen am Jugendaustausch "Face to face" teil und besuchten den Partnerkirchenkreis Tsumeb in Namibia. Organisiert wurde der Austausch vom Evangelischen Jugendreferat An Sieg und Rhein.

Von ihren Erfahrungen berichteten die 20-jährigen Teilnehmerinnen Vivienne Anton und Charlotte Raderschatt sowie der Leiter des Evangelischen Jugendreferates "Face to face", Stephan Langerbeins, gestern im Kulturcafé in Siegburg.

Seit mehr als 30 Jahren besteht die Patenschaft zwischen dem Evangelischen Jugendreferat An Sieg und Rhein und dem Partnerkirchenkreis Tsumeb in Namibia. Nachdem bereits im vergangenen Jahr junge Erwachsene mit ihrer Leiterin Betty Kaula aus der Partnergruppe Tsumeb zu Gast im hiesigen Kirchenkreis waren, fand in diesem Jahr nun der Gegenbesuch der deutschen jungen Erwachsenen statt.

"Ziel des Austauschs ist, die Kultur und das kirchliche Leben in Namibia kennenzulernen", berichtete Langerbeins. Er betreute gemeinsam mit Anja Lehmann die Austauschgruppe. Gemeinsam fuhren sie mit zwei Kleinbussen durch das südwestliche Afrika und besuchten den Partnerkirchenkreis. Begleitet wurden sie zudem von namibischen Pfarrer Isamel Neideb und Betty Kaula.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Bei ihrer Reise machten sich sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede bemerkbar. "Handys, Internet und Facebook sind für die Jugendlichen dort genauso wichtig wie für uns", erzählte Vivienne Anton. Aber vor allem das gesellschaftliche Leben weise deutliche Differenzen zu dem in Deutschland auf.

"Themen wie Aids-Problematik, Jugendschwangerschaften und Jugendarbeitslosigkeit machen sich dort bemerkbar", berichtetet Langerbeins. Fehlende Perspektiven und geringe Bildungschancen führten nicht selten zur Alkoholsucht. "Zu sehen, unter welchen Lebensbedingungen die Menschen leben, aber welche Lebensfreude viele dennoch versprühen, fand ich sehr besonders", erzählte Vivienne Anton.

Gottesdienst als musikalisches Erlebnis

Auch in der Zelebrierung der Gottesdienste, die auch mal vier Stunden dauern können, machten sich Unterschiede bemerkbar. Zahlreiche Chöre gestalten die mehrsprachigen Gottesdienste und machen sie damit zu einem musikalischen Erlebnis. "Die Jugendlichen gehen gerne in die Kirche, sie ist ein Ort der Gemeinschaft", erzählte Charlotte Raderschatt.

Auch der Etosha Nationalpark hatte es den Teilnehmern angetan. "Die Landschaften und Tiere waren beindruckend. Ich habe mich gefühlt wie in einer Dokumentation", sagte Vivienne Anton. Nicht verwunderlich also, dass das Fazit der Afrikareise lautete: "Ich will auf jeden Fall wieder hin."