Neubau oder Sanierung?: Debatte um die Zukunft des Siegburger Rathauses

Neubau oder Sanierung? : Debatte um die Zukunft des Siegburger Rathauses

Die Stadt soll mit Investoren über möglichen Neubau des in die Jahre gekommenen Siegburger Rathauses auf dem Allianzparkplatz sprechen. Planer legen bei der Bürgerwerkstatt erste Ansichten des möglichen neuen Rathauses vor.

Nach vielen Fakten und Zahlen gab es am Mittwoch erstmals einen, wenn auch vagen Blick darauf, wie ein neues Siegburger Rathaus aussehen könnte. Architekt Klaus H. Petersen zeigte im Bau- und Sanierungsausschuss Rathaus und in der vierten Bürgerwerkstatt Ansichten eines sanierten Rathauses sowie eines Neubaus am Facharztzentrum. Sein Kollege Tim Daniel vom Büro Schulte legte eine Visualisierung eines Rathausbaus vor, den ein Investor auf dem Allianzparkplatz realisieren könnte. Mit eben diesem potenziellen Investor soll die Verwaltung nun das Gespräch suchen. Dem Antrag von CDU und FDP folgte nur die LKR-Fraktion.

Für die SPD ist ein Rathaus-Neubau keine Option mehr. Sie plädiert wie die Grünen für eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Verwaltungssitzes. „Unser Rathaus hat Charme, für den haben sie uns wieder die Augen geöffnet“, sagte Michael Keller (SPD) adressiert an Petersen. Den soll es nach der Sanierung auch behalten. Die Fassade gleicht der bestehenden, der jetzige Waschbeton in der Bänderung würde durch Naturstein oder hochwertigen Beton ersetzt. Statt eines zusätzlichen Staffelgeschosses mit Flugdach könne sich Petersen auch ein Vollgeschoss vorstellen. In beiden Fällen müsste die Stadt mit Architekt Peter Busmann sprechen, der das Rathaus in den 1960er Jahren entworfen hatte.

Erste Ansichten des Siegburger Rathauses

Mehr als rein optische Gründe sprechen aus SPD-Sicht für die Sanierung, neben ökologischen vor allem finanzielle Gründe: „Die zu berücksichtigenden Kosten liegen gegenüber der einzig realistischen Alternative eines Neubaus auf dem Allianz-Parkplatz um über fünf Millionen Euro niedriger“, so Keller. Zudem gebe bei einer Sanierung weniger Ungewissheiten und Stolpersteine als bei einem Neubau, für den ein Grundstückskauf und Verhandlungen mit Investoren notwendig seien. Keller erinnerte an den Bürgerentscheid, bei dem sich 2010 die Siegburger für den Erhalt des Rathauses ausgesprochen haben.

„Das ist nach wie vor die beste Variante“, sagte Hans-Werner Müller (Grüne). Die anderen Fraktionen wollten sich noch nicht festlegen. „Es müssen erst alle Fakten auf den Tisch, ehe wir uns für etwas entscheiden können“, betonte CDU-Fraktionschef Jürgen Becker. Die Stadt solle zusätzliche Informationen einholen. „Wir benötigen konkrete Zahlen vom Investor, damit wir die Varianten auf Augenhöhe vergleichen können“, pflichtete Dieter Haas (FDP) bei.

Dass beim Allianz-Parkplatz noch Fragen offen sind, zeigte die Diskussion: etwa nach Parkplätzen, Zuwegung oder Kaufpreis. „Das werden wir nun klären“, so Bürgermeister Franz Huhn. Den städtebaulichen Reiz einer möglichen Bebauung sprach niemand ab. Die SPD möchte die aber losgelöst von der Rathausfrage betrachten. In Architekturansichten hat das Rathaus schon Gestalt angenommen: isoliert auf dem Parkplatz unter Einbindung der Marktpassage, in der neben Bürgerbüro und Verbraucherzentrale Einzelhandel und Gastronomie untergebracht sind, und ein Sitzungssaal – mit Blick auf den Michaelsberg.