Weiberfastnacht auf dem Siegburger Markt: Das Konzept ist aufgegangen

Weiberfastnacht auf dem Siegburger Markt : Das Konzept ist aufgegangen

Veranstalter ist mit der Marktfete zufrieden. Einsatzkräfte sprechen von ruhigem Verlauf.

Ausgelassen und größtenteils friedlich haben Tausende Jecken in Siegburg und Hennef Weiberfastnacht gefeiert. Die Siegburger Kreispolizeibehörde zog eine positive Bilanz, die Polizisten mussten nach eigener Aussage in nur wenigen Fällen einschreiten. Aus Sicht von Sprecher Burkhard Rick lag das vor allem am Regen und der starken Polizeipräsenz.

Die Beamten nahmen neun Menschen in Gewahrsam, unter anderem einen Randalierer an der Siegburger Klangfabrik. Bis Freitagmittag gingen insgesamt 24 Ordnungswidrigkeiten und Strafanzeigen ein – vom „Wildpinkeln“ bis zu Taschendiebstahl und Körperverletzung.

Der Siegburger Marktplatz lockte wieder viele Karnevalisten an, nachdem die Party 2015 wegen der desolaten Finanzlage der Stadt ausgefallen war. Erstmals hatte ein gewerblicher Veranstalter die Organisation übernommen. Das Team der Eventagentur Lekkermann zählte bei den Einlass- und Alkoholkontrollen mehr als 3000 Jecken, meist jünger als 20 Jahre, die zur Musik der Bands sangen und tanzten.

Das Siegburger Ordnungsamt sprach von 2000 bis 2500 Karnevalisten. Im Vorfeld hatte die Verwaltung mit rund 5000 Besuchern gerechnet, auch aufgrund der Kooperation mit Sankt Augustin. Dort musste die Feier wegen des Huma-Abrisses ausfallen. Dennoch war Geschäftsführer Thomas Kohs abgesehen vom Wetter zufrieden: „Wir würden es eins zu eins wieder so machen.“

Rund 40.000 Euro hat die Eventagentur für die Party in die Hand genommen. „Rein betriebswirtschaftlich verhagelt uns der Regen die Bilanz“, sagte Kohs. Besonders die Brauerei sei mit den Umsätzen nicht so zufrieden gewesen. Klagen über zu hohe Preise seien ihm aber nicht zu Ohren gekommen. „Aber uns geht es auch um die Perspektive in einer Kommune.“ Insgesamt sei es ein richtiges Hand-in-Hand-Spiel gewesen, so Kohs. Das bestätigte Ralf Reudenbach, Erster Beigeordneter der Stadt Siegburg. „Wir hoffen, dass der Veranstalter das Konzept so weiterführt.“

Von einem ruhigen Verlauf sprach das DRK Rhein-Sieg. Ob das nur am Konzept oder auch am Regen gelegen habe, werde sich aber erst in den kommenden Jahren zeigen, so das DRK. Die 102 Einsatzkräfte versorgten 53 Narren zwischen 14 und 31 Jahren vor allem wegen Alkohols, bei 30 musste der Notarzt eingreifen. 23 Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht. Dabei zeigte sich: Aufgrund der Einlasskontrollen verlagerte sich der Einsatzschwerpunkt zunächst an den Bahnhof. Dort behandelten die Sanitäter zwei Drittel der Patienten. 2014 mussten bei 4000 Besuchern noch 120 Jugendliche wegen übermäßigem Alkoholkonsums versorgt werden.

Ganz ruhig blieb es hingegen auf der Sankt Augustiner Marktplatte. Nur wenige Jecken waren dort unterwegs. „Es gab keine Ansätze einer Feier“, sagte Stadtsprecherin Eva Stocksiefen. „Wir sind sehr zufrieden, wie es abgelaufen ist.“ 2017 soll es dort wegen der Bauarbeiten ebenfalls keine Feier geben. Steht dann wieder eine Kooperation mit Siegburg an? „Darüber haben wir noch nicht gesprochen“, sagt Stocksiefen.

Aus Siegburg kommen von Ralf Reudenbach eindeutigere Töne: „Das was wir jetzt gemacht haben, hat sich bewährt. Es spricht nichts dagegen, es noch einmal gemeinsam anzugehen.“ Für das kommende Jahr hat Thomas Kohs schon Ideen parat. Dann möchte die Agentur auch mehr ältere Jecken ansprechen. Und, so der Geschäftsführer: „Wir haben scherzhalber bei der Stadt schon mal den Anstoß gewagt, Bühne und Stände bis montags stehen zu lassen.“

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