Traditionsgaststätte: Das "Fass" in Siegburg steht zum Verkauf

Traditionsgaststätte : Das "Fass" in Siegburg steht zum Verkauf

Der Eigentümer des Traditionshauses "Zum Fass" in Siegburg möchte sich von dem denkmalgeschützten Gebäude trennen. Die Gaststätte soll wiedereröffnen.

Seit mehr als einem halben Jahr sind die Türen der Siegburger Traditionsgaststätte „Zum Fass“ nun schon geschlossen. Wie berichtet, hatte die letzte Pächterin den Betrieb nach einem Jahr aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Neben dem Eingang verkündet ein Schild aus dem vergangenen August noch immer „Wegen Betriebsferien geschlossen“, die hölzerne Außenterrasse vor dem 1893 an der Luisenstraße erbauten Gebäude ist indes abgebaut.

Gleichwohl bewegt sich nun etwas rund um das „Fass“. Die Siegburger Immobilienmakler Deutsch & Partner bieten das denkmalgeschützte Haus zum Verkauf an. Eine Wiedereröffnung der Gaststätte rückt damit ein Stück näher.

Das markante Eckgebäude ist Teil der Siegburger Stadtgeschichte. Vor 126 Jahren ließ der Schulrektor Ferdinand Becker das „Fass“ im Stadtteil Driesch errichten, um Durchreisende an der damaligen Provinzialstraße zu bewirten. Karl und Mathilde Bleifeld kauften das Haus 1927 und betrieben die Kneipe weiter.

Deren Enkel Bernd Ilbertz, der die ersten neun Jahre seines Lebens in dem Haus aufgewachsen ist, übernahm 2003 die Regie. Er lebt selbst im Taunus, arbeitete bei einer Bank und suchte lange vergeblich nach einem Pächter. Er fand schließlich 2017 einen Käufer für das gesamte Gebäude, in dem neben der Gaststätte noch sieben Wohnungen untergebracht sind.

Die neue Pächterin führte das „Fass“ ab September 2017 nach einer Modernisierung weiter. Der erhoffte Erfolg blieb allerdings hinter ihren Erwartungen zurück, sodass sie sich knapp ein Jahr später entschloss, die Gaststätte zu schließen. Eine Wiedereröffnung ist durchaus gewollt, betonen nun die Immobilienmakler. Der Denkmalschutz sehe im Erdgeschoss eine Gaststätte vor.