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Umweltberatung der Verbraucherzentrale Siegburg: Das Auto öfter stehen lassen

Umweltberatung der Verbraucherzentrale Siegburg : Das Auto öfter stehen lassen

Vom Auto aufs Rad umsteigen - das war das Thema bei einem Aktionstag im Mai auf dem Siegburger Markt, über das die Umweltberatung der Verbraucherzentrale in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) die Siegburger informierte.

Gezeigt wurde, wie ein Fahrrad ausgerüstet sein sollte, um von kleinen Einkäufen bis zu Großtransporten alles mit dem Rad erledigen zu können. Das biete nur Vorteile, sagt Julia Oberdörster von der Verbraucherzentrale. "Das Interesse war groß, die Bereitschaft, tatsächlich umzusteigen, allerdings verhalten", so Oberdörster. Da sie erfahren wollte, woran das liegt, bat sie die Besucher am Stand, an einer kurzen Befragung teilzunehmen.

Mit Elisabeth Hertel, Leiterin Stabsstelle "Kommunales Mobilitätsmanagement" der Stadt, präsentierte Oberdörster jetzt das Ergebnis. "Es sind 154 Umfrage- und Fahrradwunschzettel abgegeben und 106 konkrete Ideen für das Radfahren in Siegburg eingereicht worden", bilanziert Oberdörster. 53 Standbesucher haben gleichzeitig an einer Verlosung teilgenommen.

92 Prozent aller Befragten würden nach Erkenntnis der Umweltberaterin Einkäufe mit dem Rad erledigen oder sogar ihr (Zweit-)Auto abschaffen. Als Voraussetzung nannte aber über die Hälfte von ihnen bessere Radwege und Abstellmöglichkeiten. Besonders wichtig ist den potenziellen Radfahrern eine deutliche Beschilderung und Markierung der Wege durch das Zentrum und dabei vor allem eine verbindliche Regelung bezüglich des Fahrens durch die Fußgängerzone.

Darüber hinaus liegt den Befragten die Sicherheit am Herzen. So wurden laut Oberdörster immer wieder konkrete Orte notiert, an denen Autos die Radwege zuparkten, Kanten zu Sturzfallen würden oder die Übersicht fehle. Die Umfrage ergab außerdem, dass noch einmal rund 50 Prozent derjenigen, die ihre Wünsche und Kritik aufgeschrieben hatten, sofort kostenlose Lastenräder und Anhänger nutzen würden, wie das beispielsweise in Köln schon möglich sei, erklärte Oberdörster.

Sie forderte interessierte Gewerbetreibende und Unternehmen auf, eine solche Initiative durch die Verbraucherzentrale zu unterstützen und fügte hinzu: "Siegburg wäre die erste Kleinstadt mit einem solchen Angebot." Vereinzelt gebe es schon Händler, die das Rad zur Auslieferung ihrer Ware einsetzten. Die gesammelten Informationen hat die Verbraucherzentrale dem Kommunalen Mobilitätsmanagement und dem ADFC übergeben.

"Die Umfrage kann den 2014 erstmals auch in Siegburg vom ADFC durchgeführten Fahrradklimatest ergänzen und helfen, die einzelnen Punkte zu identifizieren, die für ein besseres Fahrradklima in der Stadt sorgen können", zeigt sich Oberdörster überzeugt.