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Coronavirus: Rhein-Sieg-Kreis will möglichst viele Tests durchführen

Corona-Fälle nehmen weiter zu : Rhein-Sieg-Kreis will möglichst viele Tests durchführen

Der Rhein-Sieg-Kreis will möglichst umfassend auf das neuartige Coronavirus testen. Die Kapazität jeder der drei Abstrichstellen lässt sich auf 500 Tests pro Tag erhöhen. Es wird außerdem an einem Konzept für Behelfskrankenhäuser gearbeitet.

Noch in dieser Woche sollen sich die ersten Effekte des Kontaktverbots bei den Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten im Rhein-Sieg-Kreis zeigen. Davon geht jedenfalls Rainer Meilicke, der Leiter des Kreisgesundheitsamts, aus. 552 Menschen im Kreis sind inzwischen mit dem Virus infiziert, 63 von ihnen sind wieder genesen, zwei Erkrankte sind gestorben.

Anders als bei anderen Pandemien werden bei der Corona-Pandemie weltweit kumulierte Zahlen veröffentlicht. Das bedeute, so Meilicke, dass auch die Geheilten bei den Infizierten mitgezählt würden. Meilicke zeigte sich bei der täglichen Pressekonferenz im Kreis erschrocken über die Zahlen im Bund, besonders über die Todesrate, die seit der vergangenen Woche von zwei Promille auf ein Prozent angestiegen ist.

Kreis will möglichst viele Tests durchführen

Der Aufforderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, möglichst viel zu testen, will der Kreis nachkommen. Dabei lässt sich die Zahl der Tests noch deutlich erhöhen. „Wir können jeden Tag bis zu 500 Tests an jeder der drei Abstrichstellen durchführen“, sagte Meilicke. Auch die nötigen Laborkapazitäten dafür seien vorhanden.

In der Frage nach der Übermittlung der Ergebnisse an die getesteten Corona-Verdächtigen arbeitet das Gesundheitsamt immer noch die Folgen einer Panne ab: Weil in den ersten Tagen dem Labor versehentlich statt der Hausarztanschrift die Adresse der Abstrichstelle für den Rücklauf der Ergebnisse angegeben wurde, landeten die Ergebnisse zunächst beim Gesundheitsamt. Seine Mitarbeiter würden nun einzeln die richtigen Ansprechpartner dazu sortieren, erläuterte Meilicke. Er versicherte aber, dass nur noch negative Testergebnisse auf seinem Tisch lägen.

29 000 neue Schutzmasken für Krankenhäuser und Pflegeheime

Rainer Dahm, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz, berichtete, dass weiteres Schutzmaterial auf dem Weg in den Kreis sei. 29 000 Schutzmasken habe der Regierungsbezirk Köln für die kommende Woche zugesichert. Selbstverständlich versuche der Kreis außerdem auch, auf anderen Wegen das dringend benötigte Schutzmaterial zu beschaffen. Außerdem bereitet der Kreis gerade die Einrichtung von Behelfskrankenhäusern vor. In denen sollen jedoch, so Dahm, nicht die Infizierten untergebracht und behandelt werden. Sie sind dazu gedacht, die Krankenhäuser von anderen Patienten zu entlasten und so Betten frei zu machen für Covid-19-Kranke.

Zu Standorten konnte Dahm noch nichts sagen. Der Kreis hat die Kommunen gebeten, ihnen Gebäude zu nennen, in denen die Einrichtung eines Behelfskrankenhauses möglich wäre. Diese Vorschläge werden nun nach einer Reihe von Kriterien überprüft.