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Coronavirus im Rhein-Sieg-Kreis: Weitere Verbote ab Donnerstag

Coronavirus im Rhein-Sieg-Kreis : Ab Donnerstag gelten im Rhein-Sieg-Kreis weitere Verbote

Die Zahl der Coronavirus-Fälle im Rhein-Sieg-Kreis ist auf 158 gestiegen. Der Kreis richtet derzeit zwei weitere Abstrichzentren in Hennef und Rheinbach ein. Ab Donnerstag gelten weitere Verbote.

„Die Lage hat sich dramatisch weiterentwickelt, wie es zu befürchten war“, sagte Landrat Sebastian Schuster am Mittwoch bei der Pressekonferenz des Rhein-Sieg-Kreises. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle im Kreis ist von 111 am Dienstag auf 158 am Mittwochabend gestiegen, 887 Menschen und damit 251 mehr als am Vortag befinden sich in häuslicher Quarantäne. „Es ist noch keine Abschwächung der Zahlen zu erkennen“, sagte Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Im Gegenteil: „Im Moment nimmt die Geschwindigkeit zu.“ Er sagte aber auch: „Wir kommen an den Punkt, wo die ersten wieder gesund werden.“

Die „Schlagzahl erhöht“ hat der Kreis laut Meilicke bei der Anzahl der Abstriche im Siegburger Abstrichzentrum in der Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) am Krankenhaus. 335 Abstriche waren es am Montag, am Dienstag wurden dort weitere 432 Menschen auf Sars-CoV-2 getestet. Die Ergebnisse aus den Laboren, zu denen die Tests geschickt wurden, stehen noch aus.

Am Dienstag und am Mittwoch hat die Klinik vor ihrem Gebäude Bauzäune errichten und Absperrband spannen lassen. Die Wege zu den Eingängen der Klinik und des Abstrichzentrums sowie die Bereiche davor sind nun voneinander getrennt. „Ein unbeabsichtigtes Aufsuchen einer der beiden Einrichtungen wird dadurch vermieden“, sagte ein Sprecher der KV.

Ein Mann aus Hennef, der einmal pro Woche zur Lungenfachärztin im Gebäude der KV-Praxis muss, hatte dem GA gegenüber sein Unverständnis über die dortige Situation geäußert. Er berichtete, dass zwischen dem Ärztehaus und dem Klinikum zahlreiche Menschen auf ihren Abstrich warteten. „Man muss durch die selbe Tür. Ich weiß nicht, wie man da Abstand halten soll“, sagte der Hennefer, der nach eigenen Angaben im Falle einer Corona-Infektion zur Risikogruppe gehört. „Das ist eine sehr schlechte Lösung, die so schnell wie möglich abgestellt werden muss“, sagte er.

„Ich sehe da keine Gefährdung“, sagte Rainer Meilicke mit Blick auf die Situation und ergänzte: „Vorbeilaufen war noch nie eine Gefährdung.“ Ein größeres Ansteckungsrisiko erkenne er dort nicht. Er erklärte, dass das Abstrichzentrum an zwei Werktagen bis 12 Uhr und an den anderen drei Tagen bis 15 Uhr geöffnet habe. Der Kreisgesundheitsamtsleiter sieht in der aktuellen Situation auch die Ärzte in der Pflicht, sich darauf einzustellen und möglicherweise andere Sprechzeiten anzubieten. „Da gehört in der jetzigen Lage auch ein bisschen Kreativität dazu“, sagte er.

Der Kreis betreibt unterdessen „mit Hochdruck die Einrichtung der anderen Zentren“, erklärte Meilicke. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz bereitet der Kreis das frühere Mannschaftshaus des VfL Rheinbach vor. Das andere Zentrum soll in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst auf dem Parkplatz des Möbelhauses XXXLutz in Hennef entstehen. Dort müssen zu testende Personen nicht aus dem Auto aussteigen. „Das wird gebaut“, erklärte Schuster mit Blick auf die zu errichtende Infrastruktur. Ein- und Ausfahrten müssten ebenso errichtet werden wie Container. Auch für die neuen Zentren gilt: Nur Personen, die vom Gesundheitsamt oder vom Arzt dorthin geschickt wurden, werden getestet. „Ich hoffe, dass wir Montag starten können“, sagte Rainer Dahm, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz des Kreises. Mehr als 400 Abstriche könnten dort täglich jeweils entnommen werden.

Sebastian Schuster erklärte, dass es den ersten bestätigten Fall in der Kreisverwaltung gebe. Die Person sei erkrankt aus dem Urlaub zurückgekommen, Kontaktpersonen wurden ermittelt. Publikumskontakt habe es nicht gegeben.

Seit Mittwoch können nur noch Besucher das Kreishaus betreten, die einen Termin haben. Der Start sei gut angelaufen, sagte der Landrat. Es käme zwar zu Diskussionen, Leute müssten weggeschickt werden. Aber: „Größere Probleme sind heute nicht aufgetreten“, sagte Schuster am Abend.