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Coronavirus im Rhein-Sieg-Kreis: Gesundheitsamt setzt auf Management-Team

Gesundheitsamt setzt auf Management-Team : Rhein-Sieg-Kreis bereitet sich auf Coronavirus vor

Der Rhein-Sieg-Kreis bereitet sich auf das Coronavirus vor: Das Gesundheitsamt hat nun ein Management-Team zusammengestellt, dazu gibt es eine neu eingerichtete Hotline. Und auch die Kliniken könnten laut eigener Angaben Verdachtspatienten aufnehmen.

Das Coronavirus ist nicht mehr fern. Hinweise auf eine „anhaltende Viruszirkulation“ in Deutschland gibt es nach aktueller Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) zwar nicht. Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland müsse indes gerechnet werden, heißt es aus der Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten. Die Berliner sind so etwas wie die zentrale Schaltstelle in Sachen SARS-CoV-2. Ob Deutsche Bahn, die Fluggesellschaften, Flughäfen oder die Kommunen – sie alle geben das Robert-Koch-Institut als letztliche Entscheidungsstelle für mögliche Sofortmaßnahmen an.

So auch das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises, wo ein Management-Team zusammengestellt worden ist. Dazu gehören die Leitungen des Gesundheitsamts, des Amtsärztlichen Dienstes sowie der Abteilung Hygiene- und Infektionsschutz. Außerdem gibt es ein wöchentliches Koordinierungstreffen beim Gesundheitsamt im Kreishaus, so Kreissprecherin Rita Lorenz.

Schulungen im Umgang mit Schutzkleidung

Dann kommen zum Management-Team noch Vertreter des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes, des Ordnungsamtes und der Rettungsdienste zusammen. Eingerichtet worden sei eine Hotline für alle im weitesten Sinne mit Gesundheitsfragen befassten Gruppen vom Arzt bis zur Erzieherin im Kindergarten. Auch in Bonn hat das Gesundheitsamt nun eine Hotline eingerichtet.

Zudem werde es in nächster Zeit noch Schulungen im Umgang mit Schutzkleidung für jene Mitarbeiter der Kreisverwaltung geben, die bislang damit nichts zu tun gehabt hätten, aber eventuell im schlimmsten Falle zum Einsatz kommen werden.

Zudem bestehe regelmäßiger Kontakt zu den Gesundheitsämtern der Nachbarkommunen und anderen übergeordneten Behörden, wie etwa dem Landeszentrum für Gesundheit sowie zum Sanitätsdienst der Bundeswehr. Mehr als 30 Staaten haben mittlerweile ein Einreiseverbot für Reisende aus China. In Deutschland hingegen scheint das überhaupt kein Thema zu sein. Nach wie vor gibt es Direktflüge zum Beispiel aus Peking nach Deutschland. Wer von China nach Köln oder Bonn reisen will, kann einen Direktflug über die Lufthansa nach Frankfurt oder München buchen.

Ausgeführt wird der Flug indes von Air China. Ihren eigenen Flugverkehr nach und aus China hat die Lufthansa eingestellt und mittlerweile bis Ende März verlängert, sagte ein Sprecher der Lufthansa auf GA-Anfrage. Die durchgeführten Flüge erfolgten lediglich „marketing- und buchungstechnisch“ über die Airline-Partner der Star Alliance. Direktflüge der Air China nach Düsseldorf seien „momentan aus kapazitativen Gründen vorübergehend ausgesetzt. Die Wiederaufnahme ist aktuell für Ende März geplant“, so ein Flughafensprecher aus Düsseldorf.

Flughäfen und Bahnhöfe in Kontakt mit Gesundheitsbehörden

„Wir gehören nicht zu den fünf Flughäfen in Deutschland, die im Verdachtsfall eines am Corona-Virus erkrankten Passagiers angeflogen werden“, sagte eine Sprecherin des Flughafens Köln/Bonn. Das seien Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin. „Wir haben aber natürlich ein Notfallszenario, das etwa dann greift, wenn ein Pilot eine Erkrankung meldet“, so die Sprecherin aus Köln. Dann würde beispielsweise die Maschine an einem speziellen Platz am Terminal andocken. „Wir stehen, wie alle anderen Flughäfen auch, im engen Kontakt zu den Gesundheitsbehörden.“ Spezielle Vorkehrungen wegen der Coronavirus-Epidemie gebe es am Flughafen Köln/Bonn so wie an anderen Flughäfen keine, sagte die Sprecherin. Schließlich gebe es ja auch keine Direktflüge aus China, die bei uns landen. Wer indes bei den Airlines nachfragt, erfährt, dass es Anschlussflüge für Reisende gibt, die einen Flug von China über München nach Köln gebucht haben. Air China fliegt bis München, die Lufthansa übernimmt den Inlandsflug an den Rhein.

Wer über Frankfurt fliegt, der bekommt über seine Flugbuchung zum Beispiel bei der Lufthansa ein Bahnticket zum Hauptbahnhof Köln oder nach Siegburg. Auch an deutschen Bahnhöfen erfolgen derzeit einem Sprecher der DB zufolge keine besonderen Maßnahmen: „Wir stehen mit Behörden und medizinischen Einrichtungen im engen Austausch. Intern sind alle unsere Verantwortlichen in den Geschäftsfeldern sensibilisiert. Die allgemeingültigen Hygienevorkehrungen sollten durch jeden Mitarbeiter beachtet werden“, heißt es.

Wie sehen also die Vorbereitungen für mögliche Erkrankungen durch das Coronavirus aus? Der Pressestelle der Kreisverwaltung zufolge sind etliche Kliniken darauf vorbereitet, Verdachtspatienten aufzunehmen: das Helios Klinikum Siegburg, die Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin, das St. Johannes Krankenhaus Sieglar, das St. Josef-Krankenhaus Troisdorf, das St. Franziskus-Krankenhaus Eitorf sowie das Cura-Krankenhaus in Bad Honnef.