600 Tannen pro Tour: Christbäume werden in Siegburg zu Mulch gehäckselt

600 Tannen pro Tour : Christbäume werden in Siegburg zu Mulch gehäckselt

Die RSAG verarbeitet jedes Jahr in ihren Kompostwerken bis zu 180.000 Weihnachtsbäume. Die Tannenbäume werden ab diesem Jahr von der Biotonne getrennt und separat abgeholt.

Es klingelt kurz in der großzügigen Fahrerkabine des Fahrzeugs der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG). Fahrer Oliver Faßbender weiß, er muss noch mal halten. Sein Kollege Dieter Landsberg hat noch einen Tannenbaum am Straßenrand entdeckt, der eingeladen werden muss. In Schrittgeschwindigkeit fährt Oliver Faßbender durch die Straßen in Wolsdorf. An geeigneter Stelle hält der 45-Jährige an. Dann ist Dieter Landsberg an der Reihe und wuchtet die entsorgten Tannenbäume in die Ladevorrichtung des Fahrzeugs.

„600 Weihnachtsbäume haben wir gestern auf unserer Tour in Kaldauen abgeholt“, erzählt Faßbender. Die beiden Kollegen sammeln in diesen Tagen die Tannenbäume von den Siegburger Straßen. Und das läuft in diesem Jahr anders als sonst. Nicht wie üblich zusammen mit der Biotonne, sondern im wöchentlichen Wechsel werden die Bäume jetzt separat abgeholt.

„Viele Bewohner finden das total super. Andere kommen damit noch nicht klar“, schildert Faßbender seine Erfahrungen aus den vergangenen zwei Wochen. „Inhalt: Weihnachtsbaum zu entsorgen“ steht auf einer Biotonne, an der die beiden mit ihrem Fahrzeug vorbeikommen. „Das können wir leider nicht mitnehmen. Die Biotonne ist nächste Woche dran“, sagt Faßbender. Bisher galt: Die Biotonne wird alle zwei Wochen abgeholt und mit ihr auch der Baum. Anders als zuvor findet die Abholung der Tannenbäume aber jetzt im wöchentlichen Wechsel mit der Biotonne statt.

Grünschnitt und Biotonne bleiben getrennt

Das hat zwei Gründe: Zum einen werden Biotonne und Grünschnitt nicht mehr zusammen abgeholt, sondern auch getrennt gelagert und kompostiert. „Bisher gab es eine Ablagestelle für beides. Aber das dauert ewig, bis so ein Stamm in unserer Biokompostanlage verrottet“, erklärt Werner Stang, Leiter der Disposition. Außerdem sei auch zu bedenken, dass die Fahrzeuge viel schneller voll sind, wenn Grünschnitt und Biomüll zusammen abgeholt werden. „Jetzt wird es getrennt gelagert, und die Verarbeitung geht auch viel schneller“. Extra eingerichtet wurde eine Abladestelle, wo die Bäume direkt gehäckselt und zu Rindenmulch weiterverarbeitet werden. Zum anderen wurde auch an die Gesundheit der Mitarbeiter gedacht: „Für die Kollegen ist das auch eine große Erleichterung“, so Stang.

Auch Oliver Faßbender und Dieter Landsberg sehen die Änderung sehr positiv. „Das ist ein schönes Arbeiten. Wir kennen das auch anders“, sind sich die beiden einig. Zwei neue Wagen sind laut Stang zum Jahreswechsel angeschafft worden. Außerdem werde auf den Weihnachtsbaumtouren die Schüttung der üblichen Fahrzeuge abgebaut, die das Einhängen der Tonnen ermögliche. Dadurch müsse der Baum nicht auf 1,60 Meter Höhe gehoben werden. Die Einwurffläche sei mit knapp 60 Zentimetern Höhe merklich niedriger. „Das ist viel angenehmer“, findet auch Landsberg. Seit 32 Jahren ist er bereits Fahrer und Lader. „Vorher mussten wir die Bäume hochheben und in die Schüttung drücken“, sagt der 62-Jährige.

Wie immer müssen der Weihnachtsschmuck von den Bäumen entfernt und größere Bäume gekürzt werden. Am Abfuhrtag müssen die Tannen dann bis sechs Uhr zum Abholen bereitgelegt werden. Abgeholt wird noch bis Ende Februar. Und ab März gilt dann auch für die Biotonne eine neue Regelung: Gefüllte Kartons oder Papiersäcke dürfen nicht mehr neben die Tonne gestellt werden. Dafür wird die Biotonne aber wöchentlich geleert.

Als Faßbender und Landsberg gegen Mittag in ihre wohlverdiente Pause gehen, zeigt der Zähler bereits knapp 250 eingesammelte Bäume an. Bis zum Feierabend werden es noch einige mehr sein. Bis zu 180 000 Weihnachtsbäume verarbeitet die RSAG pro Jahr in ihren Kompostwerken.

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