Bundestagswahl in der Region: CDU behauptet Wahlkreise im Rhein-Sieg-Kreis

Bundestagswahl in der Region : CDU behauptet Wahlkreise im Rhein-Sieg-Kreis

Die beiden Christdemokraten Norbert Röttgen und Elisabeth Winkelmeier-Becker ziehen wieder als Direktkandidaten in den Bundestag ein. Für die FDP fährt die Honneferin Nicole Westig nach Berlin.

Norbert Röttgen und Elisabeth Winkelmeier-Becker werden den Rhein-Sieg-Kreis auch weiterhin als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete in Berlin vertreten. Die beiden CDU-Politiker konnten sich in den Wahlkreisen 98 und 97 behaupten, trotz Verlusten bei den Erststimmen. Der Königswinterer Röttgen kam auf 46,5 Prozent (2013: 52,4 Prozent), die Siegburgerin Winkelmeier-Becker lag kurz vor Ende der Auszählung um 23:40 Uhr bei 44,3 Prozent (2013: 49,6 Prozent).

„Die Lage ist alles andere als euphorisch“, sagte Winkelmeier-Becker zum GA. Andererseits habe die Union auch weiterhin den Regierungsauftrag: Es könne keine Regierung ohne die CDU/CSU gebildet werden. Röttgen wertete sein persönliches Ergebnis trotz der „herben Niederlage“ im Bund als einen „Vertrauensbeweis“, über den er sich freue. Größter Gewinner im Kreis ist die FDP, die nach dem katastrophalen Abschneiden 2013 diesmal nicht nur zweistellige Ergebnisse eingefahren hat: Mit Nicole Westig stellt sie mit dem Wiedereinzug der Partei in den Bundestag auch gleich eine Abgeordnete. Die Bad Honneferin zieht über Platz 12 der Landesliste ins Parlament ein. Ob das den Bundestagsabgeordneten Sebastian Hartmann (SPD, Platz 15 der Landesliste) und Alexander Neu (Linke, Platz 10) auch wieder gelingt, war bei Redaktionsschluss noch nicht gewiss. Mit Sicherheit nicht mehr im Bundestag ist die Sankt Augustiner SPD-Abgeordnete Bettina Bähr-Losse.

Die meisten Parteien trafen sich wie üblich am Wahlabend im Siegburger Kreishaus, um die Prognosen zu verfolgen. Die Sozialdemokraten blieben dagegen in ihrer Parteizentrale in Troisdorf, wo die Stimmung gedrückt war. Er sei dennoch mit sich im Reinen, sagte Sebastian Hartmann dem GA. Er sei zufrieden mit seinem Erstimmenergebnis. Kurz vor Auszählung aller Stimmbezirke lag er bei 27,6 Prozent. 2013 war er auf 29,5 Prozent gekommen.

Auch von der AfD, die dem Bundestrend entsprechend massive Zuwächse verzeichnete, war im Kreishaus niemand zu sehen. Die Rechtspopulisten konnten bei den Zweitsimmen kreisweit rund zehn Prozent verbuchen. Die Partei war aufgrund interner Querelen im Kreis nur mit einem Direktkandidaten ins Rennen gegangen. AfD-Mann Manfred Berchem holte im Wahlkreis 98, der das linksrheinische Kreisgebiet sowie Sankt Augustin, Bad Honnef und Königswinter umfasst, 8,44 Prozent der Erststimmen. Damit lag er am Ende knapp vor der neuen FDP-Abgeordneten Westig.

Relativ gelöst war die Stimmung bei den Grünen, die sich über ein überraschend gutes Ergebnis im Bund freuten. Dabei durfte sich der Sankt Augustiner Martin Metz am Abend sogar noch Hoffnungen auf den Einzug über die Liste in den Bundestag machen.