Stadtmuseum in Siegburg: Beim Schabbatfest dreht sich alles um den höchsten jüdischen Feiertag

Stadtmuseum in Siegburg : Beim Schabbatfest dreht sich alles um den höchsten jüdischen Feiertag

Traditionell ist auch dieses Jahr im Siegburger Stadtmuseum das Schabbatfest gefeiert worden. Dabei erklärte der jüdische Autor und Verleger Roman Kovar zusammen mit Marie-Louise Jung zunächst die Historie und den Stellenwert des Schabbats, bevor das eigentliche Fest bei Sonnenuntergang mit verschiedenen Ritualen und dem anschließenden Essen begann.

Der Schabbat geht auf die Schöpfungsgeschichte zurück, nach der Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat und am siebten Tag ruhte. Für Juden ist der Tag heilig. Er bedeutet für sie mehr als nicht zu arbeiten, er soll geistige Erholung und Freiheit von jeglichen Zwängen bringen. Der Schabbat sei eine Auszeit für alle irdischen Belange für 24 Stunden, erklärte Kovar die Philosophie des höchsten jüdischen Feiertages, der vergleichbar mit dem Weihnachtsfest der Christen ist, obwohl er jeden Freitag begangen wird und nicht nur einmal im Jahr.

Kovar wies auch auf die soziale Errungenschaft des Schabbats hin. Denn er garantiere bis in die heutige Zeit nicht nur das Recht, sondern sogar die Verpflichtung, neue Kräfte nach einer anstrengenden Arbeitswoche zu sammeln und sich zu erneuern. In der Aula des Museums herrschte eine feierliche Atmosphäre, als die Frauen - nach überlieferte Sitte - die Schabbatkerzen entzündeten und der Segensspruch über das Licht von Marie-Louise Jung gesprochen wurde.

Die Entzündung des Lichts muss immer etwa zwanzig bis vierzig Minuten (je nach Ort) vor Sonnenuntergang von der Hausfrau angezündet werden, um sicherzugehen, dass man mit dem Feuermachen nicht in den Schabbat gerät. Kovar setzte die Zeremonie mit dem Kiddusch-Gebet zum Schabbat, mit der Weinsegnung und der Segnung und Verteilung des "Challahs", eines Brotes in Zopfform, fort.

Während die Gäste gegenseitig den Schabbat-Schalom-Gruß entrichteten, brachen sie kleine Stücke vom Challah ab. Das anschließende Festmahl bestand aus koscheren Speisen und koscheren Weinen, die nach bestimmten Vorgaben zubereitet beziehungsweise gekeltert wurden und damit dem Anspruch genügen, für rituelle Zwecke geeignet zu sein. Denn fälschlicherweise wird koscher oft mit "rein" gleichgesetzt, wie Kovar eingangs berichtete.