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Erweiterung in Siegburg: Bau des neuen Forums der Rhein-Sieg-Halle ist im Zeitplan

Erweiterung in Siegburg : Bau des neuen Forums der Rhein-Sieg-Halle ist im Zeitplan

Der Betrieb der Rhein-Sieg-Halle in Siegburg läuft trotz der Bauarbeiten am Anbau ungestört weiter. Die Veranstaltungshalle an der Bachstraße wird um 2500 Quadratmeter erweitert. Das Projekt liegt laut Stadt im Zeit- und Kostenplan.

Der Bauzaun kann nicht mehr verbergen, was seit Ende Juni neben der Siegburger Rhein-Sieg-Halle in die Höhe wächst: Der Neubau überragt ihn längst und ist neben der Parkhauszufahrt schon auf seine endgültige Höhe angewachsen. Er wird die Veranstaltungshalle an der Bachstraße um 2500 Quadratmeter zum Rhein-Sieg-Forum erweitern. Die Bodenplatte des abschließenden Obergeschosses ist gegossen. Die Schalung für einen der Konferenzräume steht.

„Ende März ist der Rohbau fertig“, versichert Frank Baake, der die Halle seit Ende 2010 leitet. „Im September feiern wir ein Pre-Opening“, sagt Stadtbetriebe-Vorstand André Kuchheuser beim Rundgang über die Baustelle. Bis dahin ändert der Neubau weiter beinahe täglich sein Gesicht.

Seine endgültige Gestalt ist zwischen Stahlmatten, Stützstangen und allerlei anderen Materialien und Baugeräten aber schon zu erahnen. „Das wird unser neues Foyer“, erläutert Kuchheuser nach dem Schritt über die neue Eingangsschwelle. Rechts am Übergang zur alten Halle steht in Teilen das neue Treppenhaus samt Aufzugsschacht. Darüber sei ein separater Zugang zu den Tagungsräumen möglich, erklärt der Stadtbetriebe-Vorstand. Ein Stück weiter zeigt er die Stelle im Foyer, an der später über eine mobile Wand ein neuer, kleinerer Saal abgetrennt werden kann. Er soll Raum für rund 400 Besucher bieten. Rote Farbe an der Wand markiert den Teil der alten Halle, der im Anbau neu gestaltet wird. Hinter der Wand läuft unterdessen der Betrieb der Rhein-Sieg-Halle ungehindert weiter.

2019 kamen knapp 85 000 Besucher

„Wir mussten einiges umstellen und uns neu organisieren, aber das wirkt sich kaum auf die Veranstaltungen aus“, sagt Baake. Den alten Thekenbereich ersetzen mobile Tresen, als Kühlhaus dient ein Container auf dem Vorplatz der Halle, und das Rhein-Sieg-Hallen-Team muss ohne Lastenaufzug auskommen, zählt Baake einige der Veränderungen auf. Gleichwohl sei 2019 ein neues Rekordjahr für die Halle gewesen – mit 108 Veranstaltungen, 150 Belegtagen und knapp 85 000 Besuchern. Dennoch freut sich Baake auf die Zeit nach der Baustelle. „Ab Januar 2021 testen wir die Technik“, sagt er. Im Februar gebe es dann die erste Karnevalssitzung in der kleinen Halle. „Dann testen wir das erste Mal im laufenden Betrieb, Lüftung, Heizung und auch die Akkustik“, so der Hallendirektor. Ab März 2021 sei das Forum dann auch für Tagungen buchbar.

Dann hat Baake ein Ziel erreicht, für das er sich seit seinem Amtsantritt eingesetzt hat. Immer wieder hatte er bemängelt, dass es in der 2006 eröffneten Rhein-Sieg-Halle an kleineren, flexibel nutzbaren Räumen für Tagungen und Kongresse fehle. Ein Problem, das schließlich auch die Politik erkannt hat. Ende 2016 gab sie im Verwaltungsrat der Stadtbetriebe bei einer Gegenstimme der Linken grünes Licht für den Erweiterungsbau. Seit dem Spatenstich Ende Juni nimmt der sichtbar Gestalt an.

Anbau wird in etwa so hoch wie die alte Halle

Noch tropft es von der frisch gegossenen Decke über dem künftigen, großzügigen Foyer. Die Säulen, die die umlaufende große Glasfassade tragen sollen, stehen und lassen erahnen, wie diese Ein- und Ausblicke gewähren wird. Im Foyer entsteht eine u-förmige Theke, die eine flexiblere Bewirtung der Gäste beider Hallen ermöglichen soll. Über das neue Treppenhaus geht es hinauf auf die frühere Dachterrasse der Rhein-Sieg-Halle. Sie avanciert zu einem begrünten Innenhof, der in der ersten Etage Alt- und Neubau verbindet. „Von den Konferenz- und Tagungsräumen ist er über offene Treppen erreichbar“, erklärt Kuchheuser. Aber über den Aufzug, der in der Zwischenetage hält, sei auch die Barrierefreiheit gesichert.

Noch geht es allein über eine Leiter hinauf auf die Etage, die den  sechs Konferenz- und Tagungsräumen vorbehalten ist. Wenn auch die oberste Etage ihre abschließende Decke erhält, gleicht der Anbau in seiner Höhe in etwa der alten Halle. „Wir sind momentan unterwegs, um uns vergleichbare Hallen und ihre Gestaltung anzusehen“, sagt Kuchheuser. Die Innengestaltung sei noch nicht abschließend geklärt. „In der Frage, ob nun Parkett oder Teppich der passende Bodenbelag ist, sind wir jetzt sicher, dass Teppich die richtige Wahl ist“, sagt er. Auch in Bezug auf technische Fragen informierten sie sich in andern Hallen.

„Wir liegen im Zeitplan und im Budget“, erklärt André Kuchheuser. 10,235 Millionen Euro investieren die Stadtbetriebe in die Erweiterung. Im Dezember gewährte der Verwaltungsrat der Stadtbetriebe noch einen zehnprozentigen Zuschlag für Unvorhergesehenes. „Da im Boden weniger Schadstoffe gefunden wurden, als wir mit Blick auf die früher hier angesiedelte Gasanstalt kalkuliert hatten, sind die Risiken für eine weitere Kostensteigerung minimiert“, versichert er.

Wenn Ende März der Rohbau stehe, werde die Glasfassade eingebaut, so Baake über die nächsten Schritte. Im vierten Quartal gehe es an die Innenausstattung. Sicher ist schon jetzt, dass das Außengelände bei der Eröffnung des Rhein-Sieg-Forums noch nicht fertig sein wird. „Wir beginnen nicht mit der Planung, solange die Frage nach der Förderung über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept nicht geklärt ist“, sagt Kuchheuser. Ziel sei es, am Ende eine gestaltete Fläche mit Verweilcharakter zu haben, die das gegenüberliegende Gymnasium Alleestraße einbindet.