Integration im Rhein-Sieg-Kreis: Aufklärung über Familiennachzug

Integration im Rhein-Sieg-Kreis : Aufklärung über Familiennachzug

Der Arbeitskreis sucht auf dem Siegburger Markt das Gespräch mit den Bürgern. Zusammen mit Flüchtlingen und deren persönlichen Geschichten machten sie auf die Probleme beim Familiennachzug aufmerksam.

Ihre Stimme beginnt zu zittern, und ihre Augen füllen sich mit Tränen. Wenn sie von der Geschichte ihres Sohnes spricht, kann Fahima Salamyaar ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten. Vor knapp zwei Jahren floh sie aus Afghanistan nach Deutschland, musste ihren einjährigen Sohn zurücklassen und konnte ihn erst ein Jahr später nachholen. Es sind Geschichten wie diese, durch die der „Arbeitskreis Familienzusammenführung und -nachzug“ mit einer Aktion auf dem Marktplatz in Siegburg auf die Probleme beim Flüchtlingsnachzug aufmerksam machte.

Ängste abbauen

Vertreter der Caritas, Diakonie und Kurdischen Gemeinschaft sowie des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) und des katholischen Vereins sozialer Dienste (SKM) erklärten den Siegburgern, was Familiennachzug bedeutet und welche Strapazen damit verbunden sind. „Wir wollen mit den Bürgern in einen Austausch treten und mit ihnen über das Thema Familiennachzug sprechen. Wir wollen Ängste abbauen“, erklärte Jinda Ataman, Mitorganisatorin der Aktion und Mitglied in der kurdischen Gemeinschaft. Viele würden denken, dass mehr Flüchtlinge auch mit mehr Problemen einhergehen. Doch der Familiennachzug sei eigentlich immer integrationsfördernd.

Persönliche Schicksale

So will sich Fahima Salamyaar, jetzt wo ihr Sohn auch in Deutschland ist, mehr für die Rechte von Kindern einsetzen. „Jetzt können wir anfangen, eine Zukunft hier in Deutschland aufzubauen. Ich fühle mich, als hätte ich ein zweites Leben erhalten, seit mein Sohn wieder bei mir ist. Ich möchte hier Arbeit finden und mich an die Gesetze und Regeln halten“, so Salamyaar. Deshalb habe sie auch die Arbeitsgruppe bei ihrer Aktion auf dem Marktplatz unterstützt. „Kommunikation ist das Wichtigste. Darum möchte ich hier über das, was mir passiert ist, berichten und die Bürger darüber informieren, womit wir beim Familiennachzug zu kämpfen haben.“ Auf einer Tafel konnten Interessierte ihr Statement zum Thema Familiennachzug abgeben und sich einen Jutebeutel mit dem Motto der Aktion „Familie = ein Menschenrecht – auch für Geflüchtete“ gestalten. „Das Thema Familiennachzug ist in letzter Zeit etwas in den Hintergrund gerückt, oder es wurden Ängste in der Gesellschaft geschürt, die unberechtigt sind. Wir wollen die Bürger über die exakten Zahlen und das Verfahren des Familiennachzugs aufklären“, sagte Jana Mathes, die die Aktion mit organisiert hatte.

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