Polizei in Siegburg: Auch Polizisten bei der Kreispolizeibehörde fahren jetzt BMW

Polizei in Siegburg : Auch Polizisten bei der Kreispolizeibehörde fahren jetzt BMW

Landesamt: Mit der Umrüstung auf das neue Dienstfahrzeug sind keine Einsparungen von Streifenwagen im Kreisgebiet verbunden.

Nachdem Innenminister Ralf Jäger bereits im November in Düsseldorf den BMW 318 d Touring als neuen Streifenwagen der Polizei Nordrhein-Westfalen vorgestellt hatte, sind seit dem Jahresbeginn auch im Bereich der Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg die ersten neuen Einsatzfahrzeuge unterwegs.

Der Austausch der rund 30 Streifenwagen – eine genaue Zahl wollte die Polizei nicht nennen – soll laut Pressesprecher Stefan Birk in den nächsten Wochen abgeschlossen sein. Mehr als zehn neue Fahrzeuge sind nach seiner Auskunft bereits an allen Standorten mit Ausnahme von Sankt Augustin im Einsatz. Neu am BMW 318 d, der den VW Passat als offizielles Dienstfahrzeug ablöst, sind einige technische Finessen: Unter anderem verfügt er über eine dynamische Bremsbeleuchtung, die anzeigt, ob voll oder nur leicht gebremst wird. Eine sogenannte Runflat-Bereifung soll dafür sorgen, dass die Reifen selbst ohne Luftdruck noch weiterfahren können und nicht von den Felgen springen. In optischer Hinsicht sind die fluoreszierenden gelben Folien auf der Außenseite markant.

„Damit sind die Einsatzwagen auch bei Tag erheblich besser zu erkennen“, hatte Jäger erläutert. Das Fahrwerk kommt insgesamt sportlicher daher als beim Vorgänger. Bei den Polizisten fällt das Urteil über den 318er zwar gemischt aus. Ein „brisantes Thema“ sei der Wagentausch jedoch „nicht mehr“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Siegburger Kreisverbandes der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Alexander Bermann: „Uns erreichen bezüglich des neuen Fahrzeuges kaum Beschwerden – was allerdings auch dem Umstand geschuldet sein kann, dass die Polizei NRW zur Zeit wichtigere Themenfelder auf der Agenda hat.“ Ähnlich äußert sich sein Pendant Bernd Thienel von der GdP: „Natürlich ist es immer schwierig, alle zufriedenzustellen“, so der stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende.

Insgesamt fühle man sich mit den BMW aber wohl. Kritisch beurteilen beide die Innenraumverhältnisse: „Die Unterbringung persönlicher Ausrüstungsgegenstände ist durch das kleinere Stauvolumen deutlich erschwert“, so Bermann. Auch falle der Ein- und Ausstieg in das tieferliegende Fahrzeug mit vollbestücktem Einsatzgürtel „etwas schwerer“ als bisher. Auf der Rückbank hat man laut Thienel zwar bislang noch jeden Festgenommenen unterbekommen – „aber ein bisschen mehr Raum wäre schon schön“, so der GdPler. Einen Fortschritt hat man aus Sicht beider hingegen in puncto Ausstattung gemacht. So ist laut Bermann nun etwa das Navigationssystem im BMW fest verbaut.

Gar nicht einverstanden ist GdP-Mann Thienel jedoch damit, dass mit der Umrüstung Einsparungen einhergingen: Das für die Verteilung der Einsatzmittel zuständige Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) nutze das Auslaufen der VW-Leasingverträge dazu, zumindest aus dem Rhein-Sieg-Kreis nach und nach Streifenwagen abzuziehen, so Thienel. 2014 seien es noch 34 Fahrzeuge gewesen. Nun sei man bei 30 Streifenwagen angelangt. Insbesondere im Bezirks- und Wachdienst fehlten die eingesparten Fahrzeuge. Jan Schabacker, Pressesprecher des LZPD, sagte dazu auf Anfrage: „Generell zu behaupten, es gibt durch die Umstellung weniger Fahrzeuge, ist falsch.“ Dass speziell die Kreispolizeibehörde weniger Autos erhalte, könne nur aus einer Auswertung von Einsatzzeiten, Kilometerleistungen und Nutzungsintensität resultieren.

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